[Rezension] Taking Chances - Im Herzen bei dir von Molly McAdams


© Coverrecht: Mira Taschenbuch
Informationen zum Buch (Taschenbuch)
Erscheinungsdatum: 11.01.2016
Verlag: Mira Taschenbuch
ISBN: 978-3-95649-268-6
Preis: 9,99€
Seiten: 480
Originaltitel: Taking Chances
Leseprobe: Hier
 
Erster Satz: Breit grinsend schaute ich mich ein letztes Mal in meinem alten Zimmer um.

Inhalt:
Harper war noch nie shoppen, hat sich noch nie geschminkt, hat nur männliche Freunde und hat noch nie einen Jungen geküsst. Partys und körperliche Nähe kennt sie nur aus Erzählungen. Ihre Mutter starb bei Harpers Geburt und so wuchs sie bei ihrem Vater auf, der aus seinem Marine Regiment nur Regeln und Gehorsam kennt. Liebe und Geborgenheit gab es für sie nie. Nun darf sie aufs College gehen, weit weg von ihrem Vater und seiner Einheit. Gierig saugt Harper alle Erfahrungen auf, die sie bekommen kann, auch wenn sie mit der Wahl der richtigen Kleidung, dem Makeup und den Partys etwas überfordert ist. Als sie Chase und Brandon trifft hört die Welt auf sich zu drehen. Beide scheinen unglaublich gutaussehend, verwegen und wild zu sein und genau das würde Harpers Vater niemals gutheißen. Ihre Gefühle drehen sich im Kreis, selbst als sie mit Brandon zusammen kommt. Nur einmal gibt sich Harper der Versuchung hin und verändert damit alles.


Meine Meinung: 
Liebesgeschichten und Dreiecksbeziehungen lese ich ab und zu ganz gern, da man sich einfach mal fallen lassen kann und ein wenig dahin schmilzt, wenn der Protagonist beschrieben wird. Genau das habe ich mir von „Taking Chances - Im Herzen bei dir“ von Molly McAdams gewünscht. Den Klappentext fand ich ansprechend und in Kombination mit dem Cover weckte das Buch Lust auf mehr. Was mich erwartete war jedoch genau das Gegenteil und ich weiß nicht, ob ich schon einmal so gefrustet von einem Buch gewesen bin. Der Weg des Leidens begann für mich etwa auf Seite 200 und danach zog sich das Buch, genau wie Kaugummi, unendlich in die Länge. Ich werde versuchen eine halbwegs neutrale Rezension zu schreiben, auch wenn das an einigen Stellen schwierig werden dürfte. Ich habe mich beim Lesen immer wieder gefragt, ob die Autorin alles ernst meint was sie schreibt und das macht das Rezensieren nicht einfacher.

Das Buch begann wirklich gut und machte Lust auf mehr. Ich habe die Seiten regelrecht verschlungen und war gespannt, wo das ganze enden würde. Als erstes lernt der Leser Harper kennen. Durch ihre Erziehung scheint sie kaum etwas vom wirklichen Leben zu wissen und für sie ist alles neu. Nach und nach entwickelt sie sich zu einer sehr selbstbewussten Person mit null Erfahrung. Sie erschien mir immer unsympathischer und oberflächlicher. Als Charakter hat sie keinerlei Tiefe.
Brandon ist der verwegene, liebevolle Typ. Anfangs dachte ich, dass dies ein Charakter mit Entwicklungspotential sei, doch leider wurde er immer langweiliger, eintöniger und zum Teil auch durchschaubar.
Chase war der einzige Charakter, der mich überzeugen und begeistern konnte. Er war der typische Bad Boy der immer einen flotten Spruch auf Lager hatte. Auch wenn er etwas klischeehaft war, verlieh er dem Buch zu Beginn eine schöne und würzige Note, die ich unglaublich mochte.

Seite 200 brachte dann den Wendepunkt und ich dachte diese Szene sei an Naivität seitens Harper nicht mehr zu überbieten. Da lag ich aber leider falsch. Harper tut im Folgenden so als wäre sie erwachsen und versucht auch so zu handeln. Für mich war das alles komplett unverständlich. Ab Seite 308 war die Geschichte für mich gelaufen und ich sehnte mir aller spätestens an diesem Punkt das Ende des Buches herbei. Viele Dinge, die vollkommen offensichtlich sind, versteht Harper falsch und das daraus entstehende Drama nimmt dem Buch die komplette Würze. Dies war trotzdem der einzige Moment, der mich wirklich emotional mitgenommen hat.

Danach folgte meinerseits nur noch Frustration, genervtes Kopfschütteln und der Blick auf die nur langsam ansteigende Seitenzahl. Das Buch wurde immer unrealistischer und sehr kitschig. Harper macht im Laufe der Zeit sehr viele Fehler, was zum Teil natürlich normal ist. Trotz allem verletzt sie dabei sehr viele Menschen, bleibt aber die ganze Zeit die tolle und unglaubliche Harper. Alle schätzen sich unendlich glücklich sie zu kennen und sie in ihrer Nähe zu haben. Weiterhin ist die zweite Hälfte des Buches eine einzige Aneinanderreihung von unrealistischen Happy Ends. Mit am schlimmsten fand ich die ständigen Liebesbekundungen, die gefühlt auf jeder zweiten Seite auftauchten.

Leider hat zum Ende hin auch der Schreibstil nachgelassen und häufig wurden Handlungen die nicht zu wichtig waren, einfach nur noch aufgezählt. Ich würde gern noch einiges mehr schreiben, müsste in diesem Fall aber zu sehr Spoilern. Bei einem guten Buch würde ich an dieser Stelle schreiben: „Lest es einfach selbst“. Hier muss ich euch aber leider davon abraten.


Vielen Dank an Blogg dein Buch und an den Mira Taschenbuch Verlag für die Bereitstellung dieses Leseexemplares!

Kommentare:

  1. Ich lese dieses Buch gerade und habe noch ungefähr 100 Seiten vor mir. Mit deiner Rezi sprichst du mir total aus dem Herzen, ich habe da nichts hinzuzufügen. Ich kann mich kaum erinnern, dass ich schon mal so ein für mich frustrierendes Buch gelesen habe.

    Lieben Gruß
    Katja

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    1. Hey Katja,
      danke für dein Kommentar! Ich fand es super schwierig diese Rezi zu schreiben! Nur zu kritisieren ist irgendwie hart. Ich freue mich, dass du es genauso siehst. Ich hatte etwas Angst, dass die Rezi zu schroff ist. Ich habe mich ein wenig umgesehen und es gibt durchaus Personen, die das Buch mit 4 oder 5 Sternen bewerten. Werde ich nie verstehen, aber Geschmäcker sind halt unterschiedlich.
      Liebste Grüße

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  2. Huhu =)

    Ohje, bei dir scheint das Buch ja auch nicht gut angekommen zu sein! Das ist heute schon die zweite negative REzi, die ich lese. Hab bisher erst ein Buch der Autorin gelesen und das war wirklich gut.

    LG
    Anja

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    1. Hey Anja,
      ich habe gelesen, dass die Autorin schon tolle Bücher geschrieben hat (ich kannte die Autorin zuvor nicht). Dies soll ihr Debütroman gewesen sein! Wieso sie den Debütroman veröffentlichen, nachdem sie schon andere Bücher veröffentlich hat, wundert mich etwas... aber gut ;)
      Liebe Grüße

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  3. Hey :)

    Mit dem Buch erging es mir sehr ähnlich wie dir, ich konnte der Story auch nicht viel abgewinnen. Bin beruhigt, dass ich nicht allein so denke. Scheinbar gibt es ja keine einzige wirklich positive Rezi zu dem Buch. ^^ Ich wünsche dir in Zukunft mehr Glück bei der Bücherwahl und dass dir (und mir und allen anderen) sowas nicht mehr so schnell passiert. :D

    Liebe Grüße, Viktoria von diary-of-a-booklover.tumblr.com

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    1. Hey Viktoria,
      ich bin genauso erleichtert, dass ich nicht die einzige bin die das so sieht. Es gibt tatsächlich einige positive Meinungen... habe welche auf Lovelybooks gefunden, kann sie aber so gar nicht nachvollziehen. Ich hoffe auch, dass dieser Fehlgriff für längere Zeit der einzige bleibt.
      Liebe Grüße

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  4. Hallo und da bin ich! :D

    Oh man ich muss so lachen. Die Unterhaltungen heute sind echt mein persönliches Highlight. :D
    "Der Weg des Leidens"... oh man das trifft es. DAS TRIFFT ES SO SEHR! :D Immerhin begann der für dich deutlich später, bei mir war es auf Seite zwei oder drei schon nicht mehr schön. *lacht* Das mit Brandon kann ich so unterschreiben, er war mir einfach von ersten Augenblick an ... wirklich zuwider ... ich kann es nur so direkt sagen und damit sind natürlich 75% (ca. ^^) des Buches eigentlich schon zum scheitern verurteilt. :)
    Auch mit emotional mitnehmen, warst du besser dran als ich, den das Buch rief zu keiner Zeit Emotionen in mir wach ... wenn man Frustration und so weglässt... noch nicht einmal dieser eine dramatische Wendung hat mich berührt und das zeigt mir ganz deutlich wie absolut oberflächlich ich die Charaktere fand. :)
    Happy-Ends *laut lacht* ... stimmt! Da gab es ja immer wieder diese tollen dramatischen Momente und dann war wieder alles gut... so 20x, kommt hin oder? :D Ach ich könnte mich Stunden drüber auslassen. Ich bin echt enttäuscht von dem Buch, ich hatte etwas ganz anderes erwartet. -.- Schade!
    Eine tolle Rezension! ♥ Schön, dass wir so einer Meinung sind.

    Liebste Grüße ♥
    Katja

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    1. Hey Katja,
      ja es ist einfach herrlich! Scheinbar kann man sich über schlechte Bücher viel ausgelassener unterhalten als über gute Exemplare ;)
      Dass der "Der Weg des Leidens" so früh für dich begann ist echt mies. Ich hatte zu Beginn noch Hoffnung... wirklich schlimm wurde es für mich ab dem Punkt, an welchem Harper einfach mal locker und flockig auf die Verhütung verzichtet hat. Danach wurde es quasi mit jeder Seite schlimmer.
      Zu dem Emotionen. Ich war an der besagten Stelle einfach geschockt... und traurig. Scheinbar gab es für die Autorin keinen anderen Ausweg.
      Danke für deine lieben Worte!! Wir sollten öfter Bücher zusammen lesen ;)
      Liebste Grüße ♥

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  5. Huhu Charlyne,

    bis eben war ich mir bei dem Buch echt noch nicht sicher und wollte "Taking Chances" vielleicht sogar doch eine Chance geben. Deine Rezension hat mich aber direkt vom Gegenteil überzeugt. Charaktere, die keine Tiefe haben, finde ich persönlich ja besonders schlimm. Manchmal kann wenig Handlung mit den besten Charakteren sogar toll sein, andersherum leider nicht. =') Schade, dass es dich nicht so überzeugen konnte, aber wirklich tolle Rezi! Und Danke nochmal für den Link zu der Rezi. ♥

    Ganz liebe Grüße
    Leni =)

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    1. Hey Leni,
      schön, dass du vorbei schaust!
      Also ich kann dir tatsächlich nur davon abraten. Es war echt kein schönes Leseerlebnis, was ich sehr traurig finde. Ich finde die Charaktere auch wichtig und in diesem Fall war das leider nur eines von vielen Mankos.
      Liebe Grüße!

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