[Rezension] Vergebt mir von Simon Kernick


© Coverrecht: Heyne
Informationen zum Buch (Paperback)
Erscheinungsdatum: 11.07.2011
Verlag: Heyne
ISBN: 978-3-453-26962-0
Preis: 8,99€
Seiten: 396
Originaltitel: The Business of Dying
Leseprobe: Hier

Erster Satz: Es gibt da eine wahre Geschichte; sie geht folgendermaßen: Vor ein paar Jahren entführt ein 32-jähriger Mann eine Zehnjährige auf der Straße in der Nähe des Hauses, wo sie wohnt.

Inhalt:
Dennis Milne ist Polizist bei der Londoner Polizei. Schon lange hat er den Glauben, wirklich etwas verändern zu können, verloren. Früher wollte er etwas bewirken und ging mit Elan an die Fälle. Heute wird sein Leben von deprimierenden Fällen und von zu viel Alkohol an den Abenden dominiert. So ist es kein Wunder, dass Dennis vor einiger Zeit begonnen hat, das Schicksal anderer in die eigenen Hände zu nehmen. Hin und wieder wechselt er die Seiten und nimmt Mordaufträge an, um Verbrecher auszuschalten. Dass er eines Tages drei Unschuldige umbringen würde, hätte er nie für möglich gehalten, doch es geschieht tatsächlich. Er wurde von seinem Auftraggeber reingelegt und schwebt als Mitwisser in großer Gefahr. Als es nun auch noch die Polizei auf ihn abgesehen hat, wird die Luft für Dennis ganz schön dünn.


Meine Meinung: 
„Vergebt mir“ ist der erste Band einer Trilogie von Simon Kernick. Das Buch ist im Jahr 2003 bereits unter dem Titel „Tage des Zorns“ erschienen und war, soweit ich weiß , sein erstes Buch. Gelesen habe ich es eigentlich nur, weil ich versprochen habe den Büchern von Simon Kernick mal eine Chance zu geben. Generell sind diese sehr beliebt und zwei Familienmitglieder fiebern immer auf die Neuerscheinungen hin. Aus diesem Grund waren meine Erwartungen an das Buch auch etwas höher angelegt.

Bei einem Thriller warte ich persönlich immer sehr gespannt auf den Knall. Bei diesem Buch musste ich tatsächlich ziemlich lange warten, da Simon Kernick es äußerst ruhig angehen lässt. Ich habe eigentlich nichts dagegen, wenn Bücher zu Beginn etwas ruhiger verlaufen. Hier hat es aber wirklich sehr lange gedauert, bis die Geschichte Fahrt aufgenommen hat. Der Autor treibt es so weit, dass es in einem kompletten Kapitel nur um den Besuch einer Bar durch den Hauptcharakter geht. Ich lese Bücher generell zu Ende, wenn ich sie erst einmal begonnen habe. Bei diesem Buch kann ich es aber gut verstehen, wenn man zwischenzeitlich überlegt, das Buch aus der Hand zu legen. Ich kann euch aber sagen, dass es sich lohnt, das Buch bis zum Ende zu lesen. Ich persönlich fand das Buch nie langweilig, fragte mich aber auch hin und wieder, wann es denn nun endlich los geht.

Dennis Milne ist der Protagonist der Geschichte und man kann ihn ganz klar als Anti-Held bezeichnen. Durch den ruhigen Beginn hat der Leser die Chance Dennis genauer kennen zu lernen. Trotz der vielen Details hatte ich mein Problem mit ihm. Er ist auf der einen Seite sehr sensibel, kann auf der anderen Seite aber auch recht kaltschnäuzig daher kommen. Durch seine Handlungen und Taten hat er sich bei mir recht unbeliebt gemacht, auch wenn ich weiß, dass er durch sein Pflichtbewusstsein und seine Abgestumpftheit von der rechten Bahn abgekommen ist. Am Ende stimmten mich seine Gedanken etwas milder und ich stand ein wenig zwischen den Stühlen, was die Einschätzung von Dennis betrifft. Zwei weitere Charaktere sind Carla und Malik. Carla konnte ich überhaupt nicht einschätzen und am Ende war ich in Bezug auf sie genauso betroffen wie Dennis. Malik mochte ich zu Beginn wirklich gern, dies hat aber leider zum Ende hin immer mehr nachgelassen. Ich bin gespannt, ob er im nächsten Band auftauchen wird.

Das Ende hat tatsächlich noch mal einiges heraus gerissen: Die Spannung und Geschwindigkeit, die der Anfang der Geschichte vermissen ließ, wurde am Ende wieder gut gemacht. Es war rasant, spannend und unterhaltsam. Da es das erste Buch von Simon Kernick war, werde ich der Reihe noch eine Chance geben, auch wenn mich dieses Buch nicht zu 100% überzeugt hat.


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