[Rezension] Verdammnis von Stieg Larsson


© Coverrecht: Heyne
Informationen zum Buch (Paperback)
Erscheinungsdatum: 04.01.2010
Verlag: Heyne
ISBN: 978-3-453-50386-1
Preis: 9,99€
Seiten: 768
Originaltitel: Flickan som lekte med elden
Leseprobe: Hier

Erster Satz: Lisbeth Salander schon sich die Sonnenbrille auf die Nasenspitze und blinzelte unter der Krempe ihres Sonnenhutes hervor.

Inhalt:
Seit dem erfolgreichen Ausgang der Wennerstrom Affäre hat Mikael Blomkvist keinen Kontakt mehr mit Lisbeth Salander. Er versucht alles, um mit ihr in Kontakt zu treten, doch Lisbeth blockt jeden Versuch hartnäckig ab. Bei Millennium laufen unterdessen die Recherchen für einen ganz neuen und aufsehenerregenden Fall. Prostitution und Mädchenhandel scheinen besonders bei Amts- und Würdenträgern an der Tagesordnung zu stehen. Als der zuständige Journalist und seine Freundin ermordet werden, recherchiert Blomkvist auf eigene Faust weiter. Auch, als Lisbeth ins Visier der Ermittlungen gerät und zur Hauptverdächtigen erklärt wird, setzt Mikael Blomkvist alles daran, um ihre Unschuld zu beweisen.


Meine Meinung: 
„Verdammnis“ ist der zweite Band der Millennium Trilogie von Stieg Larsson, welches damit die Fortsetzung des Buches „Verblendung“ darstellt. Es ist sehr ratsam, wenn nicht sogar unerlässlich, zuvor den ersten Teil zu lesen. Die Thematik des ersten Bandes wird häufig wieder aufgegriffen, jedoch wird nicht alles ausreichend erklärt. Auch die Informationen über die Protagonisten und die Beziehungen zueinander sind zu komplex, um sie allein durch Rückblenden in Band zwei aufzuarbeiten.

Ansonsten hält sich das Buch von der Struktur her an den ersten Band. Wieder lässt sich Larsson beim Erzählen Zeit und wieder dauert es einige Seiten (hier 150), bis es wirklich losgeht. Zwischendrin wird die Spannung immer mal wieder ein wenig runter gefahren, da der Autor eine Nebenhandlung detailliert darstellt bzw. die Vergangenheit eines Themas genauer beleuchtet. Ich hatte das Gefühl, dass dies im zweiten Band noch ausgeprägter stattgefunden hat als im ersten und ich habe mich besonders mit den ersten 150 Seiten schwer getan. Trotz allem mag ich genau das an Stieg Larssons Büchern und am Ende war es gut, dass all die Erklärungen und Erläuterungen so gegeben wurden. Was ich damit sagen will ist, dass auch dieses Buch kein Pageturner ist und auch niemals einer sein kann. Diesem Buch muss man Zeit geben und sich auf das Buch einlassen. Ich persönlich liebe es, wie gründlich ganz normale Einkäufe geschildert werden. Dies gehört für mich einfach zu Stieg Larssons Büchern dazu.

Die Charaktere aus dem ersten Band findet man so auch im zweiten Teil wieder. Blomkvist zeigt noch viel mehr von sich selbst und ich liebe seine beinahe unerträgliche Penetranz, seine unanfechtbaren Moralvorstellungen und seine unerschütterliche Loyalität. Lisbeth rückt durch die polizeilichen Ermittlungen viel stärker in den Fokus und der Leser erfährt so gut wie alles über ihr bisheriges Leben. Damit hatte ich an ein oder zwei Stellen so meine Probleme, da Lisbeth für mich bisher ein Mysterium war. Am Ende des Buches versteht der Leser aber, wieso Lisbeth so ist, wie sie ist und das sie eigentlich keine andere Chance hatte. Auch von den neuen Charakteren sind einige dabei, die es mir besonders angetan haben. Mikaels Schwester bezauberte mich durch ihre unumstößliche Art und auch einige der Polizisten haben mich durch ihre Hartnäckigkeit begeistert. Egal ob Haupt- oder Nebencharakter – alle Personen werden detailliert dargestellt, als könnte man ihnen an der nächsten Ecke begegnen.

Der Schreibstil ist erneut sehr klar und gut lesbar. Durch die unterschiedlichen Erzählperspektiven hat der Leser einen guten Einblick in alle Bereiche des Buches. Es ist nicht schwer der Handlung zu folgen, da der Autor seinem Stil bis zum Ende treu bleibt. Das Buch endet mit einem Cliffhanger, sodass man den dritten Teil am besten direkt anschließt. Wenn man einmal in die Geschichte eingetaucht ist, kann man auch gleich weiter lesen.




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