[Rezension] Erst wirst du verrückt und dann ein Schmetterling von Sjoerd Kuyper


© Coverrecht: Thienemann-Esslinger
Informationen zum Buch (Hardcover)
Erscheinungsdatum: 09.03.2015
Verlag: Thienemann-Esslinger
ISBN: 978-3-522-30394-1
Preis: 14,99€
Seiten: 256
Originaltitel: Hotel de Grote L
Altersempfehlung: ab 12 Jahren
Leseprobe: Hier

Erster Satz: Geht es jetzt?

Inhalt:
Kos lebt mit seinen drei Schwestern und seinem Vater zusammen im Hotel, welches der Vater seit dem Tod von Kos Mutter alleine führt. Als er zusammen mit seinem Vater zu einem seiner Fußballspiele fährt, hat er nur eine einzige Sorge: Wie bekommt er Isabel dazu ihn zu lieben? Dass sich seine Sorgen am Ende des Tages zu einem ganzen Haufen zusammengeballt haben werden, ahnt er zu diesem Zeitpunkt noch nicht. Sein Vater erleidet während des Spiels einen Herzinfarkt, das Hotel ist so gut wie pleite und Kos muss mit seinen drei Schwestern das Hotel am Laufen halten, ohne, dass ihr Vater von den Problemen erfährt. Und dann ist da auch immer noch Isabel, die ihm das Herz abwechselnd leicht und schwer werden lässt.


Meine Meinung: 
Zu Beginn muss ich sagen, dass ich auf dieses Buch nur aufgrund der Promotionsaktion des Verlags aufmerksam geworden bin. Ohne diese wäre ich vermutlich nicht so schnell über das Buch gestolpert, was im Nachhinein betrachtet schade ist. Auch hat mich nicht der mögliche Gewinn gelockt das Buch zu lesen, sondern der Klappentext, in Verbindung mit dem Cover, und genau so sollte es doch eigentlich auch sein.

Der Quietschvergnügte, luftig leichte Beginn des Buches verfliegt schnell und macht einem bunten Potpourri aus Gefühlen Platz. Von Trauer und Angst, über Verwirrung und Hoffnung, vorbei an Liebe und Geborgenheit, bis hin zu eben jener quietschvergnügten Anfangsstimmung ist eigentlich alles dabei. Das Buch ist abwechselnd ganz leicht und ganz schwer und häufig hatte ich beim Lesen ein Lächeln auf den Lippen.

Sein Können beweist der Autor Sjoerd Kuyper von Beginn an. Das Buch ist anspruchsvoll und ohne sich auf den Inhalt des Buches einzulassen und ohne mitzudenken, wird es schwer sein, der Handlung zu folgen. Der Autor hält sich wenig an konventionelle Erzählperspektiven und an geordnete Zeitstränge. Der Hauptprotagonist ist Kos, welcher sein Tagebuch auf einen Kassettenrekorder spricht. Dabei folgen die Erzählungen nicht dem normalen Zeitstrang. Hin und wieder erzählt Kos, was am aktuellen Tag geschehen ist, bevor er wieder zur Handlung des Vortages zurück springt. Ein weiterer, zu Beginn etwas verwirrender, Faktor ist Isabel. Sie tippt die Erzählungen von Kos später ab und fügt hin und wieder ein paar Kommentare hinzu. Genau diese Kommentare sind es, die dem ganzen Buch eine ganz besondere Würze verleihen. Sjoerd Kuyper schafft es, auf beinahe einzigartige Weise, mit Worten, der Handlung und der Zeit zu spielen und den Leser vollkommen in die Handlung zu ziehen.

Die Art und Weise, mit welcher Kos das Geschehen schildert, schwankt zwischen Chaos, Verwirrung und einer bezaubernden Liebenswürdigkeit. Gerade durch Isabels Kommentare wirkt alles sehr abgerundet und stimmig. Neben den beiden spielen auch die Schwestern von Kos eine große Rolle. Auch diese drei sind chaotisch und liebenswert zugleich. Durch die vielen Charaktere geschieht so viel und die Handlung überschlägt sich hin und wieder, sodass Kos mit dem Erzählen gar nicht hinterher kommt.

Das Buch zeigt dem Leser, wie das Leben spielen und wie sich von jetzt auf gleich alles ändern kann. Gleichzeitig vermittelt es aber auch wie wichtig es ist das Leben zu leben und zu genießen. Auch wenn das Buch sicherlich kein schlechtes Ende nimmt, mahnt es dennoch zur Achtsamkeit und Lebensfreude!

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