[Rezension] Rehruf von Julia Mayer


© Coverrecht: Julia Mayer
Informationen zum Buch (eBook)
Erscheinungsdatum: 23.12.2014
Preis: 1,99€
Seiten: 322
Leseprobe: Hier

Erster Satz: Es war einmal vor langer Zeit, da lebte ein Mädchen mit ihrer Schwester in einer Stadt, die von Flüssen eingeschlossen war.

Inhalt:
Inga ist schwer krank und weiß, dass sie nicht mehr lange leben wird. Trotz allem beschäftigt sie sich solange es geht mit dem Schulstoff den sie verpasst und den Hausaufgaben. Nach einem Besuch bei ihrer Oma und ihrer Großtante geht es mit ihrer Gesundheit rapide bergab. Als sie nach ihrem Tod wieder erwacht und sich in der Wohnwagensiedlung ihrer Großtante wiederfindet, muss sie feststellen, dass Magie und magische Wesen nicht nur in Büchern existieren. Inga ist nun ein Rehdoppel. Bei Sonnenaufgang verwandelt sie sich in ein Reh, bei Sonnenuntergang wieder in einen Menschen. Die Zeit als Reh ist berauschend, aber die Gefahren und Verlockungen, welche diese Erscheinungsform in sich birgt, sind groß. Auch die Trauer, die Inga als Mensch empfindet, machen ihr das nächtliche Leben nicht einfach.


Meine Meinung: 
„Rehruf“ von Julia Mayer ist angelehnt an das Märchen „Brüderchen und Schwesterchen“ von den Gebrüdern Grimm. Da ich das Märchen nicht im Detail kenne und nur die Grundzüge im Kopf habe, kann ich dazu vergleichend nicht viel sagen.

Der Grundton im Buch ist geprägt von Trauer und Sorge. Kein Wunder, wenn man bedenkt, dass es zu Beginn um ein totkrankes Mädchen geht, welches nach dem Tod als Rehdoppel weiter lebt und schwer mit der Sehnsucht nach der Familie zu kämpfen hat. Ich war wirklich beeindruckt, wie klar und realistisch die Autorin solch schwierige Themen schildert und beschreibt, und das, obwohl sie selbst noch sehr jung ist. Ich bin nicht sicher, ob ich selbst solche Themen so gut zum Ausdruck hätte bringen können.

Die ganze Handlung kommt ohne Liebesgeschichte oder sonstige kitschige Elemente aus. Hauptsächlich ist das Buch ein Fantasy Roman mit ein paar eingestreuten Krimi Elementen am Ende des Buches. Inga, die Protagonistin des Buches, erzählt die Geschichte aus der Ich-Perspektive. Ab und zu melden sich noch zwei andere Charaktere zu Wort, was einen guten Rundumblick ermöglicht.

Inga zeigt eigentlich zwei ganz verschiedene Seiten von sich. Zum einen ist sie während ihrer Krankheit sehr geschwächt und auch etwas genervt von sich selbst. Trotz allem ist sie eine Kämpfernatur und versucht alles so gut wie möglich zu bewältigen. Nach ihrer Verwandlung wird sie lebenslustig, waghalsiger und versucht ihr Leben in die Hand zu nehmen. Auch Ingas Schwester lernt der Leser recht gut kennen. Sie ist sehr liebenswert, auch wenn sie mir sehr leid tat. Ich glaube sie hatte am meisten mit Ingas Verlust zu kämpfen, da sie die Schwester verliert und gleichzeitig in gewisser Weise auch die Mutter. Die anderen Charaktere bleiben leider ziemlich oberflächlich, obwohl es schon erste Ansätze gab andere Charaktere tiefer zu betrachten.

Das Ende ist dann überraschend anders als der Beginn des Buches vermuten ließ. Durch den flüssigen Schreibstil konnte man zum einen sehr schnell in die Handlung hinein finden und zum anderen konnte Julia Mayer die zwei sehr unterschiedlichen Handlungsteile sehr gut miteinander verknüpfen. Ein wirklich gelungenes Buch, welche mich überrascht und gefesselt hat.

1 Kommentar:

  1. Huhu, ich hoffe, du hast nichts dagegen, dass ich deine Rezi auf meinem Blog verlinkt habe. Und zwar hier:

    http://nellysleseecke.blogspot.com/2015/07/rehruf-von-julia-mayer.html

    Viele liebe Grüße, Nelly

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