[Rezension] Unter dem Nordlicht von Jenny Bond


© Coverrecht: DuMont
Informationen zum Buch (Taschenbuch)
Erscheinungsdatum: 16.01.2015
Verlag: DuMont
ISBN: 978-3-8321-6282-5
Preis: 9,99€
Seiten: 400
Leseprobe: Hier

Erster Satz: Albany, New York.

Inhalt:
Nach einer ersten gescheiterten Expedition zum Nordpol, wollen Nick und Andrée es im Jahr 1897 noch einmal mit einem neuen Ballon versuchen. Da bisher alle Methoden, den Nordpol zu durchqueren gescheitert sind, ist der Ballon eine ganz neue Vorgehensweise. Doch nicht nur die Kritiker sind gegen diese Expedition. Auch Nicks Familie und seine Verlobte Anna sind gegen das Vorhaben.
Dass diese Entdeckungsreise scheitert ist keine Überraschung. Als 1930 die Überreste der Teilnehmer gefunden werden, ist die Expedition wieder in aller Munde. Auch Anna, die mittlerweile in England lebt, erfährt diese Neuigkeiten aus der Zeitung. Ohne Vorwarnung wird sie erneut mit ihrer schweren Vergangenheit konfrontiert, in welcher sie hin- und hergerissen war zwischen der Liebe zweier Männern. Verzweiflung, Kummer, Angst und Alpträume werden erneut zu ihrem alltäglichen Begleiter. Nur wenn sie sich ihrer Vergangenheit stellt, kann sie mit ihr auch abschließen und glücklich werden. 
 

Meine Meinung: 
Dieses Buch hat meine Aufmerksamkeit vor allem wegen des Titels und des Covers auf sich gelenkt. Als mir dann auch noch der Inhalt interessant erschien, musste ich das Buch einfach lesen. Ich mag es, wenn die Geschichte auf zwei unterschiedlichen zeitlichen Ebenen spielt und sich am Schluss alles verknüpft und somit einen Sinn ergibt. Genau dies bietet das Buch „Unter dem Nordlicht“ dem Leser auf eine fesselnde Art und Weise.

Zu Beginn sollte ich erwähnen, dass dieses Buch in großen Teilen sehr melancholisch ist und eine große Traurigkeit bzw. Leere ausstrahlt. Menschen, die eine ausgeprägte empathische Ader haben, werden diese Stimmung beim Lesen als Dauerbegleitung dazu bekommen. Mir ging besonders die Traurigkeit durch Mark und Bein und ich konnte sie beim Lesen kaum abschütteln. Auch die Leere die Anna in Teilen des Buches spürt, sprang direkt über. Ich persönlich habe großen Respekt vor der Autorin Jenny Bond. Die Fähigkeit, Gefühle so auf den Leser überspringen zu lassen, zeugt von großem schriftstellerischem Talent und hat mich sehr beeindruckt.

Die Geschichte, welche Jenny Bond so mitreißend erzählt, beruht im Kern auf einer wahren Begebenheit, was die ganze Handlung noch aufregender und bedeutender werden lässt. Aus diesem Grund ist dieses Buch auch nichts für „einfach mal so zwischendurch“. Nach dem Lesen spukte mir die Geschichte immer noch eine ganze Weile im Kopf herum. Auch die Schreibweise der Autorin ist anspruchsvoll, sodass ein wenig Konzentration schon gefordert ist.
Zu Beginn hatte ich ein paar Schwierigkeiten in die Geschichte hineinzukommen. Ständige und vor allem unregelmäßige Zeitsprünge machten mir wirklich das Leben schwer. Da der Leser zu Beginn wenig mit den Personen und der Handlung vertraut ist, war das wirklich ein wenig schwierig. Es dauerte jedoch nicht allzu lange, bis ich mich daran gewöhnt hatte und von da an gab es keine Probleme mehr.

Die Charaktere sind alles andere als 0815. Sehr detailliert und speziell wurden diese von der Autorin gezeichnet und irgendwie zum Leben erweckt. Die Hauptfigur Anna ist tatsächlich ein sehr schwieriger Charakter. Sie war für mich nur schwer greifbar und erst am Ende des Buches konnte ich sie wirklich verstehen. Nick und seine Brüder mochte ich allesamt gerne. Auch der Journalist Stubbendorff ist mir an Ende ans Herz gewachsen und ich konnte seine Ansichten und Taten gut verstehen.

Wirklich gefallen hat mir zu Beginn die Karte, welche den Ablauf der Expedition zeigt. Diese half mir wirklich dabei, mich am Anfang zurecht zu finden. Am Ende sind dann zwei kleine Punkte für mich offen geblieben. Diese sind zwar nicht dramatisch, aber es wäre schön gewesen hier eine Antwort zu bekommen. Sicherlich kann gesagt werden, dass dies der Fantasie überlassen bleibt, aber gerade in diesem Buch passt das mit der eigenen Vorstellung für mich nicht. Insgesamt ein wirklich sehr gelungenes Buch, mit zwei kleineren Schwächen, die das Lesevergnügen jedoch nicht herab setzen.

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