[Rezension] Insel der blauen Gletscher von Christine Kabus


© Coverrecht: Bastei Lübbe
Informationen zum Buch (Taschenbuch)
Erscheinungsdatum: 15.01.2015
Verlag: Bastei Lübbe
ISBN: 978-3-404-17154-5
Preis: 9,99€
Seiten: 622
Leseprobe: Hier

Erster Satz: Der Vorhang hob sich und gab den Blick frei auf mehrere Paare, die zu den Klängen eines Walzers unter einem riesigen Kristallkronleuchter tanzten.

Inhalt:
Hanna ist Reisejournalistin und begibt sich dafür am liebsten in weit entfernte Länder. Am besten ist es, wenn mit diesen Sonnenschein und fremde Kulturen verbunden sind. Als sie nach vielen Jahren wieder in ihren Beruf einsteigen will, gibt es lediglich einen freien Auftrag, der Hanna nach Norwegen verschlagen soll. Wie sie einen begeisternden Artikel über ein Land schreiben soll, was vor allem für seine Dunkelheit und Kälte bekannt ist, kann sie sich nicht vorstellen. Umso überraschter ist sie, als sich all ihre Vorurteile in Rauch auflösen und sie merkt, dass es viel mehr zu entdecken gibt als zu Beginn der Reise gedacht.
Gute 100 Jahre zuvor, jedoch am gleichen Ort, fasst die junge Emilie einen mutigen Entschluss. Anstelle ihres Bruders Max, begibt sie sich an Bord eines Schiffs, um an einer Arktisexpedition teilzunehmen, welche sich ihr Bruder nicht zutraut. Dass eben jene Angst von Max nicht unbegründet ist, muss Emilie schon bald feststellen, denn ihre Reise wird länger dauern als geplant.


Meine Meinung: 
„Insel der blauen Gletscher“ ist das zweite Buch, welches ich von Christine Kabus gelesen habe und ich bin genauso begeistert, wie vom ersten Buch. Gefühlvoll, realistisch, naturnah und authentisch präsentiert die Autorin die Geschichte zweier Frauen, die so unterschiedlich und dabei doch so gleich sind.

Typisch für Christine Kabus sind die zwei Zeitstränge, welche sie in ihren Büchern beschreibt. In diesem Fall liegen zwischen den Hauptprotagonisten etwa 100 Jahre. Es entspinnen sich zwei vollkommen unterschiedliche Handlungen mit unterschiedlichen Charakteren. Beide Geschichten wechseln sich von Kapitel zu Kapitel ab und nach jedem Kapitel konnte ich es nicht abwarten, dass eben jene Geschichte weiter geht. Kurz vor Ende des Buchs beginnen sich die zwei Stränge zu verknüpfen, bis sie am Ende zu einem einzigen Handlungsstrang verschmelzen. Genau diesen Vorgang beherrscht die Autorin in Perfektion.

Obwohl Christine Kabus nicht aus Norwegen stammt, beschreibt sie das Land und die Natur mit einer solchen Zuneigung und Liebe, dass ich einfach gar nichts anderes tun kann, als Sehnsucht zu bekommen. Auch die Beziehungen zwischen den einzelnen Protagonisten sind sehr gefühlvoll, innig und echt, sodass ich beim Lesen einfach mit jedem einzelnen Charakter mitgefiebert habe.

Die Charaktere sind wirklich gut ausgearbeitet und bis auf eine Person, könnten mir diese genauso in echt über den Weg laufen. Den einzigen Zweifel habe ich bei Kåre. Er ist, genau wie Mielat aus dem Buch „Töchter des Nordlichts“, einfach zu perfekt. Nicht, dass dies meine Meinung über das Buch herabsetzen würde… Nein! Ganz im Gegenteil. Ich mag Kåre sehr gerne und ohne ihn wäre das Buch nicht das gleiche.

Aber auch die anderen Charaktere habe ich lieben gelernt. Mit Hanna habe ich mich zu Beginn etwas schwer getan. Als ich sie jedoch besser kennengelernt hatte, mochte ich sie genauso sehr wie Emilie, die gut 100 Jahre früher gelebt hat. Besonders hat es mir jedoch Arne angetan. Seine knorrige und eigenbrötlerische Art hat mich genauso angezogen, wie auch Emilie.

Die ganze Geschichte ist sehr interessant und die Hintergründe sind gut recherchiert. Das Buch ließ sich wunderbar lesen, so dass ich ein Kapitel nach dem anderen gefressen habe. Ich bin schon jetzt gespannt auf das nächste Buch von Christine Kabus, auch wenn es in diesem nur einen Zeitstrang geben wird.

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