[Rezension] Solange ich atme von Carmen Rohrbach


© Coverrecht: Malik National Geographic
Informationen zum Buch (Paperback)
Erscheinungsdatum: 01.09.2014
Verlag: Malik National Geographic
ISBN: 978-3-492-40531-7
Preis: 12,99€
Seiten:256
Leseprobe: Hier

Erster Satz: Es ist so weit.

Inhalt:
Seit ihrer Kindheit träumt Carmen Rohrbach davon, die unterschiedlichsten Teile der Welt zu bereisen und in der freien Natur zu forschen. Daher entscheidet sie sich nach ihrem Schulabschluss für ein Biologiestudium in Greifswald. Durch den Bau der Mauer und die Aufspaltung in DDR und BRD wird ihr jedoch jegliche Möglichkeit auf Forschungaufenthalte im Ausland genommen. Resigniert arbeitet sie nach ihrem Studium an einer Universität. Sie gliedert sich in die Gesellschaft ein und nimmt politische Pflichtveranstaltungen wahr. Als sie den Tauchlehrer Jürgen trifft, ist es mit der Resignation vorbei und zusammen Planen sie ihre Flucht über die Ostsee nach Dänemark. Zunächst schwimmend und später im Schlauchbot paddelnd wollen sie es schaffen. Nach 2 Tagen und 2 Nächten im Wasser werden sie geschnappt und für Carmen Rohrbach beginnt ein Kampf um die Ausweisung in die BRD.



Meine Meinung: 
In ihrem Buch „Solange ich atme“ beschreibt Carmen Rohrbach ihren Fluchtversuch über die Ostsee. Zumeist schweifen ihre Gedanken jedoch ab in die Vergangenheit. Sehr lebendig beschreibt sie ihre Kindheit und Jugend bis zum Studienabschluss. So lernt man die Autorin nach und nach besser kennen und versteht ihren Wunsch nach Aufenthalten im Ausland.

Nach der Verhaftung verbleibt die Autorin mit ihren Gedanken zumeist in der Gegenwart und berichtet von den Haftbedingungen und ihren eigenen inneren Kämpfen. Ich selbst habe nur wenig Neues über die Bedingungen und Abläufe nach der Haft erfahren, was aber auch an meinem eigenen Interesse an dieser Zeit liegt. Trotz allem ist es ein äußerst interessanter Zeitzeugenbericht, der recht schonungslos über die Haftbedingungen in der DDR berichtet.

Trotz der Schilderungen über die eigene Kindheit muss ich sagen, dass mir die Protagonistin fremd geblieben ist. Besonders ihr Verhalten in der Kindheit und Jugend verwirrten mich. Dabei geht es weniger um die starke Liebe zur Natur, als vielmehr um den Umgang und das Verhalten gegenüber Mitmenschen. Trotz allem habe ich die Entwicklung und Veränderung der Autorin mit Interesse verfolgt. Besonders für ihr Steh- und Durchhaltevermögen während der Haft, habe ich sie bewundert.

Auch wenn der Leser von Beginn an weiß, dass die Flucht scheitern wird, blieb mir persönlich ein hohes Maß an Neugier und Interesse beim Lesen erhalten. Ein interessantes und wirklich persönliches gehaltenes Buch.

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