[Rezension] Im freien Fall oder wie ich mich in eine Pappfigur verliebte von Jessica Park


© Coverrecht: Loewe
Informationen zum Buch (Hardcover)
Erscheinungsdatum: 21.07.2014
Verlag: Loewe
ISBN: 978-3-7855-7867-4
Preis: 17,95€ 
Seiten: 384
Originaltitel: Flat-out Love
Altersempfehlung: ab 13 Jahren

Erster Satz: Julie Seagle starrte das Gebäude vor sich an und schwor, nie wieder eine Wohnung über Craigslist zu mieten.

Meine Meinung: 
Bücher, die einen so sehr in den Bann ziehen, dass man beim Lesen alles andere vergisst, dass man die Zeit anhalten und am liebsten direkt ins Buch springen will, gibt es leider nur selten. Doch mit „Im freien Fall oder wie ich mich in eine Pappfigur verliebte“ habe ich endlich wieder genauso ein Buch gefunden. Beim Lesen vergaß ich alles und fühlte mich wie eingehüllt in eine flauschige, rosa Plüschwolke, aus der ich mich am liebsten nie wieder befreit hätte. Tagelang hätte ich am liebsten weiter gelesen und mich einfangen lassen von dem fabelhaften Buch.

Dieses Buch versetzte mich in einen Rausch, und das obwohl die Zeichen für die Hauptprotagonistin Julie gar nicht so rosig waren. Ganz allein sitzt sie in Boston auf der Straße und an der Stelle, an welcher sich ihre Wohnung befinden sollte, steht nur ein Burrito Laden. Dass sie auf einen Schwindler reingefallen ist, kann sie kaum glauben. Mit Hilfe ihrer Mutter, kann Julie bei der Familie von Erin unterkommen. 

<< „Mom, ich muss jetzt aufhören. Ich glaube, dieser Matt ist hier.“
„Bist du sicher, dass er es ist?“
Als das Autofenster herunter gelassen wurde, warf Julie schnell einen Blick ins Innere. „Der Typ sieht irgendwie verrückt aus. In der einen Hand hält er bunte Süßigkeiten und mit der anderen schwenkt er eine bluttriefende Sichel …“ >> 

Das erste was Julie auffällt: die Familie hat viel Geld. Das zweite: irgendetwas stimmt mit dieser Familie nicht. Erin hat zwei Söhne und eine Tochter. Finn befindet sich auf Weltreise, Matt ist ein Nerd und teilt dies auch jedem durch die Statements auf seinen zahlreichen T-Shirts mit, und Celest… Celest ist 13 Jahre alt. Sie benimmt sich jedoch nicht wie andere Kinder in ihrem Alter und trägt ständig eine lebensgroße Pappfigur ihres Bruders Finn mit sich rum. 

<< Oh, Julie, ich habe dich ja noch gar nicht richtig vorgestellt“, plapperte Celest fröhlich. Dann drehte sie sich zur Seite. „Papp-Finn, das ist Julie. Julie, das ist Papp-Finn.“ >> 

Dass Erin und ihr Mann nur selten zu Hause sind und dass Matt sich im Alleingang um die Erziehung von Celest kümmert, fällt zunächst nur am Rande auf. Da Julie zunächst bei Erins Familie wohnen wird, kümmert sie sich am Nachmittag um Celest, die sie schon nach kurzer Zeit vergöttert. Julie möchte Celest helfen sich wie eine normale Dreizehnjährige zu verhalten und versucht herauszufinden, was hinter Papp-Finn steckt. Der einzige der ihr dabei hilft ist Finn. Mit ihm schreibt sie auf Facebook und ganz langsam beginnt sich etwas zwischen den beiden zu entwickeln.

Jessica Park benutzt eine einfache Sprache, die besonders dazu verleitet sich fallen zu lassen. Und trotzdem hat das Buch so unglaublich viel Tiefgang, dass ich hin und wieder einen Satz doppelt lesen musste. Die Gespräche zwischen Matt und Julie strotzen vor Charme und spitzen Bemerkungen. Die Mails zwischen Finn und Julie haben genau die richtige Balance zwischen Wärme, Witz und Vertrautheit. Durch die Einbindung von Chats und Statusmeldungen der drei, wird das ganze aufgelockert und auch die Einbindung von Facebook passt hier einfach.

Die Charaktere sind sehr detailliert aufs Papier gebracht. Man hat das Gefühl, dass Jessica Park ganz genau wusste, wer die Menschen sind. Beim Lesen hatte ich ein eindeutiges Bild vor Augen und ich habe mich sehr mit den Protagonisten verbunden gefühlt. Vor allem habe ich Celest ins Herz geschlossen, es ist einfach unmöglich ihrem Charme zu wiederstehen. 

<< „Oh!“ Celest schlug die Hand vor den Mund und unterdrückte ein Lachen. „Matt hat ein böses Wort gesagt!“
„Ich sagte >verarschen<, nicht >Arsch<.“
„Das war jetzt aber eindeutig ein böses Wort“ kreischte Celest. >> 

Das Ende des Buches hat mich wirklich tief berührt und ich konnte mir die Tränen nicht verkneifen. Das Buch ist einfach rundum gelungen, ein Must-Read für jeden der sich einmal fallen lassen will, um pures Glück beim Lesen zu spüren.

Kommentare:

  1. Hallo Charlyne,

    das Buch stand Ewigkeiten auf meiner Wunschliste, bis ich es mir Anfang des Monats ertauschen konnte und quasi direkt gelesen habe, nachdem es mir der Postbote in die Hand gedrück hat. :D Ich kann mich deiner tollen Rezi nur anschließen und fand das Buch ebenfalls total gelungen.

    Liebe Grüße, Hanna

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    1. Ich freue mich, dass dir das Buch so gut gefallen hat!
      Liebe Grüße

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  2. Wenn du hier mal nicht eine Leseeinladung ohne Umschweife ausgesprochen hast, liebe Charly?! Exzellent.

    Vorweihnachtliche Stöbergrüße,
    Kora

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    1. Danke das ist lieb von dir! Ja es hat mich einfach gefesselt. Das kann man nicht anders sagen ;)
      Liebeste Grüße

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