[Rezension] Die Lügen der Anderen von Mark Billingham


© Coverrecht: Atrium Verlag
Informationen zum Buch (Hardcover)
Erscheinungsdatum: 20.07.2014
Verlag: Atrium Verlag
ISBN: 978-3-85535-054-4
Preis: 19,99€
Seiten: 416

Erster Satz: Alles wirkt falsch.

Inhalt:
Florida. Drei Paare treffen im selben Urlaubsresort aufeinander und beschließen den Urlaub zusammen zu verbringen. Tagsüber sonnen sie sich am Pool, abends treffen sie sich in Bars und Restaurants zum Essen. Alles läuft gut, bis am letzten Tag ein kleines Mädchen aus ihrem Resort verschwindet und die Polizei alles auf den Kopf stellt. Wieder zurück in England beschließen die Paare, die alle in oder rund um London wohnen, sich gegenseitig zum Essen einzuladen. Als auch in London ein Mädchen mit dem gleichen Profil wie in Florida verschwindet, werden die Ermittlungen wieder aufgerollt. Die Freundschaft der drei Paare, welche schon vor dem Verschwinden des zweiten Mädchens sehr gefährdet war, beginnt zu wackeln und jeder denkt sich seinen Teil über den anderen. Dass jeder etwas zu verbergen hat wird schnell klar, aber wer hegt das größte Geheimnis?
 

Meine Meinung:  
Bei dem neuen Thriller von Mark Billingham hat mich bereits der Klappentext begeistert und ich konnte gar nicht anders als dieses Buch zu lesen! Das Buch hat mich insgesamt nicht enttäuscht, jedoch waren meine Erwartungen etwas anders und ich war überrascht was sich neben den drei Treffen noch so alles abspielte.

In dem Buch geht es nicht nur um die drei Treffen der Paare, sondern noch um so viel mehr. Zu Beginn erfährt der Leser zunächst, was sich in Florida am letzten Tag abgespielt hat. Danach wechselt die Perspektive von Kapitel zu Kapitel zwischen den drei Paaren, den einzelnen Personen, den zwei ermittelnden Polizisten, den Szenen in Florida, dem Dinner und auch der Mörder gibt seine Gedanken preis, auch wenn man bis kurz vor Ende nicht erfährt, wer wirklich dahinter steckt. Jedes Kapitel muss sich der Leser auf eine andere Szenerie einstellen und von Kapitel zu Kapitel habe ich jemand anderen verdächtigt. Zu Beginn können die sechs Namen der Paare etwas verwirrend sein, ich persönlich habe mich aber schnell zurecht gefunden.

Das Buch ist definitiv nichts für zwischendurch. Ein gewisser Teil an Konzentration und Ruhe sollte man beim Lesen haben, um sich auf die Handlung einlassen zu können. Alle drei Charaktere waren mir zu einem gewissen Grad unsympathisch, auch wenn die Stärke der Abneigung gegen die einzelnen Personen immer wieder schwankte. Aber genau das hat für mich den Reiz ausgemacht. Ich hatte immer eine Ahnung wer der Täter sein konnte, aber leider hat die Person die hinter der Ahnung stand immer wieder gewechselt. Mark Billingham versteht es wie kein anderer den Leser zu verwirren und auf viele unterschiedliche Fährten zu führen. Besonders die Kapitel aus der Sicht des Mörders waren mehr als gruselig. Seine Gedanken und seine Sicht der Dinge waren wirklich abschreckend.

Am Ende sind für mich jedoch leider ein paar Fragen offen geblieben. Der Autor hat so viele Themen bzw. Fragen angeschnitten, aber für mich nicht alle zur vollen Zufriedenheit beantwortet. Auch hatte ich die ganze Zeit das Gefühl, dass die Handlung zwar spannend ist, man dem Täter aber auf keinste Weise näher kommt. Und am Ende ging dann alles unfassbar schnell, dass ich erst mal etwas überrumpelt war.

Was mich dagegen wirklich begeistert hat war der Schreibstil. Irgendwie herrschte die ganze Zeit eine bedrückende, negative und verdächtige Atmosphäre. Ich weiß gar nicht wie ich das richtig beschreiben kann, aber ich habe die ganze Zeit bemerkt, dass sich die drei Paare eigentlich nicht leiden konnten. Alles in allem ist dieses Buch für mich wirklich lesenswert, da es etwas anderes ist wenn einem mal alle Charaktere mehr als unsympathisch sind und man Seite für Seite einen anderen Verdächtigen hat.
 

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