[Rezension] Phantasmen von Kai Meyer


Informationen zum Buch (Hardcover)
Erscheinungsdatum: 14.03.2014
Verlag: Carlsen
ISBN: 978-3-551-58292-8
Preis: 19,90€ 
Seiten: 400
Altersempfehlung: ab 14 Jahre 
Leseprobe: Hier 

Erster Satz: Weißt du, wie es ist, jemanden so sehr zu lieben, dass er in jedem Bild auftaucht, das du dir von deiner Zukunft ausmalst? 

Inhalt: 
Die Menschen haben sich längst dran gewöhnt, wenn auch nur wiederwillig. Doch was soll man auch machen gegen Geister, die einfach nur dort stehen, wo sie einst als Mensch gestorben sind? Sie drehen sich mit der Sonne und leuchten hell, ansonsten interagieren sie in keinster Weise mit ihrer Umwelt. Die Geschwister Rain und Emma haben ihre Eltern vor ein paar Jahren bei einem Flugzeugabsturz verloren und sind nun auf dem Weg zum Unglücksort, um sich von ihren Eltern zu verabschieden, denn genau in dieser Nacht müssten nach ihren Berechnungen die Geister ihrer Eltern auftauchen. Und tatsächlich erscheinen die Geister pünktlich auf die Sekunde und starren wie immer ausdruckslos in den Himmel. Bis… bis sie auf einmal boshaft zu Lächeln beginnen. Ein Wettlauf mit der Zeit beginnt… immer und immer wieder.


Meine Meinung: 
Büchern von Kai Meyer kann ich eigentlich nicht lange wiederstehen, da sie mich bis jetzt Großteils immer mitreißen und fesseln konnten. Und auch bei diesem Buch hat Key Meyer es geschafft mich zu beGEISTern. Es ist jedes Mal wieder verblüffend, was für eine Stimmung und was für ein Feeling seine Bücher haben. Diesmal hat mich die gruselige Stimmung gepackt, vor allem, als ich nachts mit der S- und U-Bahn in Berlin unterwegs war und begonnen habe das Buch zu lesen.

Dass die beiden Mädchen Rain und Emma nicht mit anderen Kindern ihres Alters zu vergleichen sind, merkt man schnell. Rain, die ältere der beiden, hat sich nach dem Tod ihrer Eltern nach Afrika begeben, um den Spuren ihrer Eltern zu folgen. Das Trauma welches sie dort erlitten hat, verfolgt sie bis heute und oft muss sie sich zusammenreißen um nicht durchzudrehen. Emma hat sich seit dem Tod ihrer Eltern stark verändert, versucht sich von allem abzuschotten und zeigt kaum Gefühle. Ihr Gedächtnis ist einzigartig und bereitet beim Lesen hin und wieder Freude. Tyler stößt nach einigen Seiten zu dem Geschehen hinzu. Alle drei Charaktere mochte ich wirklich sehr, besonders angetan hat es mir Emma. Mit ihrer ganz besonderen Art und Weise hat sie mich fasziniert.

Trotz meiner Begeisterung gab es aber auch Dinge, die mir nicht so gut gefallen haben. Auch wenn ich Tyler wirklich mochte, blieb er für mich ein Buch mit sieben Siegeln. Während des Lesens hat mich das weniger gestört, da solche Themen oft gegen Ende des Buches angesprochen und aufgelöst werden. In diesem Buch war das leider nicht der Fall. Auch hätte ich mir zwei, drei Seiten mehr über den Zeitraum gewünscht, als die ersten Geister erschienen. Gab es Panik unter der Bevölkerung? Wurden die Erscheinungen untersucht? Auch zwei drei kleine Unstimmigkeiten habe ich im Buch entdeckt, die mich am stärksten gestört haben.

Die tolle Atmosphäre habe ich ja bereits erwähnt. Die ganze Kulisse, die Kai Meyer so geschickt mit Worten aufbaut, wirkt beim Lesen zum Teil erschreckend real. Oft hatte ich beim Lesen ein ganz genaues Bild vor Augen und auch die Charaktere haben sich in meinem Kopf immer genauer gezeichnet. „Phantasmen“ kann ich auf jeden Fall empfehlen. Die Geschichte und die Ideen sind neu und konnten mich insgesamt überzeugen.

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