[Rezension] Der Schleier der Angst von Samia Shariff


© Coverrecht: Bastei Lübbe
Informationen zum Buch (Paperback)
Erscheinungsdatum: 24.07.2010
Verlag: Bastei Lübbe
ISBN: 978-3-404-61668-8
Preis: 7,99€ 
Seiten: 381
Originaltitel: Voile de la Peur
Altersempfehlung: ab 20 Jahren

Erster Satz: .Soweit ich mich zurückerinnern kann, höre ich meine Mutter bei jeder Gelegenheit sagen: "Was habe ich nur getan, dass Gott mich mit einem Mädchen gestraft hat?"

Inhalt: 
Angst und Demut sind die zwei Begriffe die, soweit sich Samia erinnern kann, ihr Leben prägen. In Paris, wird sie als drittes Kind einer algerischen Familie geboren. Ihre Mutter, die sich wünscht selbst nie geboren worden zu sein, verflucht den Tag von Samias Geburt und auch ihr Vater hat nur Verachtung für sie übrig. Auch die Unterstützung ihrer Brüder währt nur kurz, denn umso älter diese werden, umso mehr entfernen sie sich von ihrer Schwester. Noch im Kindesalter muss sie mit Ihrer Familie zurück nach Algerien. Schon in Paris hatte sie ein schweres Leben, aber in der Heimat ihrer Eltern erfährt sie was es heißt die Tochter von muslimischen Eltern zu sein. Mit sechzehn wird sie zwangsverheiratet und muss von nun an jeden Tag mit Vergewaltigungen, Gewalt und Drohungen leben. Von ihren Eltern kann sie keine Hilfe erwarten und so bringt Samia insgesamt sechs Kinder zur Welt bevor sie sich Entscheidet mit ihren Kindern zu fliehen. Zu groß ist die Angst ihr Leben weiter zu leben.


Meine Meinung:
Geschichten von Frauen aus muslimischen Familien gibt es viele und doch ist dieses Buch erschreckender und schockierender als viele andere. Schonungslos erzählt Samia Shariff von ihrem Leben, von all den Demütigungen und von der Angst, die ihr ständiger Begleiter ist. Ein schockierendes Ereignis jagt das nächste und man fragt sich, woher diese Frau den Mut nimmt, ihr Leben fortzusetzen.

Samia wächst einem beim Lesen ans Herz und ich hatte das Gefühl mit ihr zusammen zu wachsen. Durch die jahrelange Unterdrückung dauert es sehr lange, bis sie es schafft sich von allem loszulösen und ein neues Leben zu beginnen. Leider ist dies für eine Frau in einem muslimischen Land nicht so einfach und so reichen Mut und Wille nicht immer aus. Mit viel Glück gelingt es ihr der Spirale aus Gewalt und Drohungen zu entfliehen. Ihre Kinder spielen dabei eine sehr große Rolle und wachsen einem beim Lesen sehr ans Herz.

Das Buch ist sehr gut geschrieben, so dass es sich sehr schnell weg liest. Die Gefühle, die Samia ganz ohne Scham offen legt, bewegen einem beim Lesen zu tiefst und ich konnte mir nicht vorstellen, wie ein Mensch so etwas überstehen kann. Am Ende sind für mich noch ein paar wenige Fragen offen geblieben. Dies sind zwar nur kleine Details aber trotz allem hätte ich gerne noch die eine oder andere Information bekommen.

Eine bewegende Geschichte, die zeigt was manche Frauen aus Algerien und anderen Ländern erleiden müssen. Natürlich ist dies lange nicht bei allen Familien so, aber ich denke, dass die Dunkelziffer hier sehr hoch ist. Man wünscht Frauen in solchen Situationen den Mut und das Glück, dass auch Samia hatte. 
 

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