[Rezension] Ein schnelles Leben von Zoé Jenny


© Coverrecht: Aufbau Verlag
Informationen zum Buch (Hardcover)
Erscheinungsdatum: 01.05.2004
Verlag: Aufbau Verlag
ISBN: 978-3-7466-2059-6
Preis: 8,99€ 
Seiten: 165

Erster Satz:  
Ich wollte fortkommen, so weit weg wie nur irgend möglich.

Inhalt:
Ayse und Christian könnten unterschiedlicher nicht sein. Beide wachsen in einer deutschen Großstadt auf, Ayse ist jedoch das Kind von türkischen Eltern. Ihre Eltern und ihr Bruder sind immer in ihrer Nähe und achten auf jeden ihrer Schritte. Ihre beste Freundin Sezen ist da das genaue Gegenteil: Sie raucht, sie hat einen Freund und sie kümmert sich nicht um andere. Christian hat ein ganz anderes Problem. Seit dem er die Schule gewechselt hat und seinen ehemaligen besten Freund wieder getroffen hat, findet er sich plötzlich ungewollt in einer Gruppe Nazis wieder. Dass diese Gruppe sich immer wieder mit Ayses Bruder Zafir und dessen Freunden bekämpft, macht die Situation zwischen den beiden nicht besser.
 

Meine Meinung:

So viele positive Pressestimmen haben mich neugierig gemacht und ich war gespannt was das Buch so bereithalten würde. Ich habe zuvor noch kein Buch von Zoé Jenny gelesen und war von ihrem Schreibstil positiv überrascht. Nach einer kurzen Eingewöhnungsphase habe ich gut ins Buch rein gefunden und war gespannt, was mich erwarten würde.

Dass dann tatsächlich ein modernes Romeo und Julia, von Anfang bis Ende auf mich warten würde, hatte ich nicht erwartet und leider kann ich auch nur wenig positives über die Geschichte verlieren. Die Stränge zu Romeo und Julia waren so eindeutig gezeichnet, dass ich gar nicht dran vorbei kam. Und immer wieder habe ich mir gedacht: Muss es wirklich um ein türkisches Mädchen und einen Jungen der sich auf ein mal innerhalb einer Nazigruppierung wiederfindet gehen? Stärker hätte die Autorin den Fokus nicht legen können.

Die Sprache, welche mir zu Beginn noch so zugesagt hat, sprudelte nur so vor Lebensweisheiten und poetischen Versen. Viele Sätze finde ich absolut nicht zutreffen und besonders folgender Satz hat mich geärgert: [Spoiler] „Es war ein schnelles Leben, das in diesen frühen Morgenstunden sein Ende nahm. Es hatte aufgeleuchtet, kurz und heftig, um auf dem Gipfel der Sehnsucht für immer zu erlöschen. Sie hatte gelebt wie eine Königin der Nacht, die ihre Blüte öffnet, um ihren Duft zu verströmen in einer einzigen Stunde.“ Ich fang, dass das Leben weder vor der Begegnung mit Christian noch nach der ersten Begegnung als ein Leben die das der Königin der Nacht bezeichnet werden sollte. [/Spoiler].

Das ganze Buch wirkt auf mich übertrieben und aufgeputscht. Unrealistische Szenen wechseln sich mit unglaubwürdigen Details ab. Das Ende hat dem ganzen dann noch die Krone aufgesetzt und ich konnte den Sinn dahinter nicht finden. Wirklich schade, da ich etwas anderes erwartet hatte, von einer Autorin die in höchsten Tönen gelobt wurde.


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