[Rezension] Ein Schmetterlin im November von Auður Ava Ólafsdóttir


Informationen zum Buch (Hardcover)
Erscheinungsdatum: 16.10.2013
Verlag: Insel
ISBN: 978-3-458-17581-0
Preis: 22,95€ 
Seiten: 355
Originaltitel:  Rigning i november
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Erster Satz: 
So also sieht das Ganze heute für mich aus, wenn ich zurückblicke und mich vielleicht nicht mehr der Reihe nach an alles erinnern kann.

Inhalt:
Eine junge isländische Frau steht vor der wahrscheinlich größten Veränderung ihres Lebens, auch wenn sie zu Beginn des Buches noch nichts davon weiß. 
Sie ist auf dem Weg zu ihrem Liebhaber, um die Affäre zu beenden. Als sie auf dem Weg eine Graugans überfährt, beschließt sie daraus ein festliches Essen für sich und ihren Mann zu kochen. Als dieser ihr jedoch die Trennung vorschlägt, beginnt ihr ganz persönliches Abenteuer. Eine Wahrsagerin prophezeit ihr einen Lotteriegewinn und die ganz große Liebe. Als ihre beste Freundin Aður ins Krankenhaus kommt gibt diese ihren Sohn Tumi in die Obhut der jungen Isländerin. Zusammen mit Tumi begibt sie sich auf eine Reise durch ihr Land, um am Ende sich selbst zu finden. 
 

Meine Meinung: 
Mit "Ein Schmetterling im November" hat uns die Autorin Auður Ava Ólafsdóttir mal etwas anderes zum Lesen und zum Nachdenken vorgelegt. Weit abseits des Einheitsbreis schreibt sie ein Buch über Pech, welches zum Glück führt, über Selbstfindung und Veränderungen im Leben. 
Der Leser lernt in diesem Buch verschiedenste Personen kennen, die alle mehr oder weniger kurz an der Geschichte teil haben. Die Hauptprotagonistin, aus deren Sicht die Geschichte geschrieben wurde und deren Namen man die ganze Zeit über nicht erfährt, begibt sich auf eine höchst ungewöhnliche Reise. Zusammen mit dem Sohn ihrer besten Freundin, die zu dieser Zeit im Krankenhaus liegt, reist sie durch Island. Der Junge heißt Tumi. Er ist taub und somit ist die Reise mit ihm eine besondere Herausforderung. 
An dem Buch ist eigentlich alles anders und so kann es für den Leser sehr schwierig sein einen Zugang zum Buch zu finden. Die Schreibweise, der Stil, selbst die Geschichte an sich ist anders. Man muss sich beim Lesen konzentrieren, um der Handlung folgen zu können. Vieles bleibt unausgesprochen, doch kann man sich denken, was passiert. Auch werden andere Protagonisten oft nicht beim Namen genannt, was das Lesen erschwert. Mitdenken ist bei diesem Buch also dringend erforderlich.
Ich selbst hatte Probleme in die Handlung hinein zu finden. Auch mit der Protagonistin konnte ich nur schwer warm werden. Ihr Denken und Handeln wirkte auf mich so anders und ungewohnt. Mit der Zeit konnte ich mich daran gewöhnen, aber wirklich warm bin ich mit ihr nicht geworden. Tumi spielt einen überraschend wichtigen Part im Buch. Er schafft es der Hauptprotagonistin eine ganz andere Perspektive vom Leben zu zeigen und auch mich konnte er verzaubern.
Der Schreibstil wirkt etwas stockend und die Inhalte aneinandergereiht. Trotz allem passt die ganze Komposition zusammen. Das Buch strahlt eine ganz eigene Ruhe aus, die sich auf mich übertragen hat. Dadurch wirkten manche Abschnitte etwas langatmig. 
Wer hinter dem Buch die für Island so typischen Bilder wie Gletscher, Vulkane und Wasserfälle vermutet, wird enttäuscht werden. Es geht nicht um Island an sich, welches man vielleicht kennt. Es geht eher um die Seele und um die Gefühle einer isländischen Frau, die versucht sich selbst zu finden.
Das Buch lässt mich mit gemischten Gefühlen zurück. Auf der einen Seite bin ich enttäuscht, weil ich mir nach dem Klappentext etwas anderes unter dem Buch vorgestellt habe. Auf der anderen Seite konnte ich aber auch nicht aufhören zu lesen und wollte immer wissen, was die Isländerin noch erleben wir. Eine Reise durch eine etwas andere Welt, auf die man sich einlassen muss, um Zugang zu finden. 


Vielen Dank an Suhrkamp/Insel für die Bereitstellung dieses Leseexemplares!

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