[Rezension] Wen der Rabe ruft von Maggie Stiefvater


© Coverrecht: Script5
Informationen zum Buch (Hardcover)
Erscheinungsdatum: 09.10.2013
Verlag: Script5
ISBN: 978-3-8390-0153-0
Preis: 18,95€ 
Seiten: 464
Altersempfehlung: ab 16 Jahren
Leseprobe: Hier

Inhalt:
Blue wohnt im Ort Henriette zusammen mit ihrer Mutter und deren besten Freundinnen in einem Haus. Das alle drei Wahrsagerinnen sind, ist für Blue nichts Besonderes mehr. Sie ist die einzige, die diese Fähigkeiten nicht besitzt und trotzdem ist sie eine große Hilfe für ihre Familie. Sie wirkt wie ein Verstärker für alles magische und ist daher oft bei Sitzungen dabei. Besonders wichtig ist ihre Anwesenheit in der Nacht zum Markustag am Leichenweg, der direkt an der Ruine einer alten Kirche liegt. Dort sieht ihre Mutter jedes Jahr die Geister der Personen die im nächsten Jahr sterben werden. Als Blue auf einmal den Geist eines Jungen sehen kann, der dann plötzlich verschwindet, ist sie verwirrt, denn das kann nur eins bedeuten: Sie wird für den Tod dieses Jungen verantwortlich sein.
 

Meine Meinung: 
Der Anfang des Buches hat es mir aus zwei Gründen sehr schwer gemacht. Zum Einen finde ich den Schreibstil der Autorin anspruchsvoll, so dass ich nicht einfach über die Seiten hinweg fliegen konnte. Ich musste mich zwingen langsam und genau zu lesen, um nichts zu verpassen oder zu überlesen. Nachdem ich mich aber mit dem Stil angefreundet hatte, der mir im Übrigen sehr gut gefallen hat, konnte ich in die Handlung eintauchen und zwischen den einzelnen Seiten verschwinden. Weiterhin fand ich es zu Beginn sehr schwierig alle Personen auseinander zu halten. Es kamen immer mehr und mehr dazu und ich habe sie anfangs alle heillos durcheinander geworden. Aber auch das hat sich gelegt, nachdem ich den einzelnen Namen eine Persönlichkeit zuordnen konnte. 

Die Charaktere sind so vielfältig, dass ich gar nicht alle beschreiben kann. Die drei wichtigsten Protagonisten möchte ich aber kurz herausfischen. Blue ist mir total sympathisch. Anfangs war ich etwas verwundert, über die Beziehung zu ihrer Mutter, was sich aber schnell gelegt hat. Ihr Charakter erschien mir beim Lesen von Grund auf ehrlich und das hat mir wirklich gefallen. Gansey wirkt nach außen vielleicht eingebildet und sorglos, aber als Leser erhält man einen Einblick hinter die Kulissen. Auch er hat seinen Rucksack mit Problemen zu tragen und kämpft an vielen Fronten. Ich mochte ihn besonders gern, wenn er uns hinter die Fassade blicken ließ. Adam mochte ich von Beginn an. Er muss für alles hart arbeiten und kämpfen und will sich nicht helfen lassen. Er ist teilweise stur und verbohrt, aber auch bei ihm ist ein unglaublich lieber und weicher Kern vorhanden. Zum Ende hin verändert sich Adam und ich weiß noch nicht, was ich davon halten soll. Aber auch alle anderen Charaktere habe ich wirklich ins Herz geschlossen. Ich finde Maggie Stiefvater hat ein Talent Charaktere wirklich und real erscheinen zu lassen. Das Feingefühl und die Tiefe der Charaktere hat mir unglaublich gut gefallen.

Die Handlung springt unglaublich spannend hin und her. Der Zick-Zack-Kurs ist nur schwer zu erahnen und ich wurde immer wieder überrasch. Mit vielen Dingen hätte ich wirklich nicht gerechnet. Auch eine Liebesgeschichte ist in diesem Buch mit eingestrickt. Diese unterscheidet sich aber grundlegend von Liebesgeschichten in anderen Büchern. Blue ist nicht sofort hin und weg und kann an nichts anderes mehr denken. Diese sich anbahnende Liebe verläuft ruhig und tritt oft vollkommen in den Hintergrund. Im Vordergrund ist es vor allem ab der Mitte des Buches  sehr düster und mystisch. Maggie Stiefvater weiß, wie man die Stimmung aus dem Buch hinaus transportiert.  

Es lohnt sich wirklich den schwierigen Anfang zu lesen. Den Leser erwartet ein unglaublich gutes, interessantes und spannendes Buch. Viele Fragen bleiben nach dem Lesen des ersten Bandes offen und ich bin schon sehr gespannt auf den zweiten Teil. Dieses Buch wird nicht das letzte sein, welches ich von dieser Autorin gelesen habe. 

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