[Rezension] Namibische Nächte von Michelle van Hoop


Informationen zum Buch (Taschenbuch)
Erscheinungsdatum: 30.09.2013
Verlag: Oryx Publishers
ISBN: 978-9-9916-7860-3
Preis: 12,90€ 
Seiten: 240
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Inhalt: 
Vanessa ist Anfang 30, lebt in Deutschland und betreibt ein kleines Grafikunternehmen. Der Aufbau des Unternehmens hat sie viel Kraft gekostet und auch die ständig nervenden Kunden treiben Vanessa zur Weißglut. Sie braucht Urlaub und hat deshalb beschlossen zwei Wochen nach Namibia zu fliegen und dort auf einer Gästefarm zu wohnen. Die Fahrt vom Flughafen hin zur Farm kommt ihr so unglaublich unreal vor. Affen und Giraffen in freier Natur, ohne Zäune oder Gehege die sie umgeben, so etwas hat sie bis dahin noch nicht gesehen. Als sie auf der Gästefarm ankommt, trifft sie beinahe der Schlag, als sie Kian wieder sieht. Ihren Kian, der sie vor sieben Jahren verlassen hat und von jetzt auf gleich aus ihrem Leben verschwunden ist, ohne sich zu verabschieden oder ihr eine Kontaktadresse zu nennen. Das erste Zusammentreffen ist eher ein Zusammenprall und anstatt der erhofften Ruhe und Erholung findet Vanessa sich in einem Chaos aus Erinnerungen und Gefühlen und in einer vollkommen fremden Kultur wieder.
  

Meine Meinung: 
Das Buch „Namibische Nächte“ wurde von der namibischen Autorin Michelle van Hoop geschrieben. Veröffentlicht wurde das Buch bei Oryx-Publishers, einem Verlag aus Namibia. In diesem werden deutschsprachige Unterhaltungsromane veröffentlicht, da in Namibia sehr viele Menschen deutsch sprechen. Bei diesem Buch handelt es sich um einen Liebesroman, der sich aber an vielen Stellen von den so typischen Romanen dieses Genres unterscheidet. 

Das Leben in Namibia ist anders als in Deutschland. Vor allem in der Kultur unterscheiden sich diese beiden Länder sehr. Genau darum geht es auch in diesem Buch. Vanessa stammt aus Deutschland, Kian kommt aus Afrika. Die Beziehung der beiden ist schon einmal gescheitert, weil die Unterschiede einfach zu groß waren. Auch beim Lesen sollte man nicht vergessen, dass die Autorin aus Namibia stammt. Einige Verhaltensweisen und Vorgehensweisen der Charaktere mögen uns ungewohnt oder auch komisch vorkommen. In Namibia ist aber all dies normal. Ich hatte das Glück dieses Buch innerhalb einer Leserunde lesen zu dürfen, in welcher die Autorin uns Lesern alle Fragen geduldig beantwortet hat. Da die meisten Leser des Buches dieses Privileg nicht haben werden, könnten manche Anschnitte ungewöhnlich wirken, wenn man sich nicht mit der Kultur und Lebensweise dort auskennt.

Ansonsten hat mir dieses Buch sehr gut gefallen. Besonders die Beschreibung der namibischen Natur hat mich begeistert und den Wunsch geweckt später einmal in dieses Land zu reisen. Beim Lesen bemerkt man, dass Michelle van Hoop bemüht ist, die Vorurteile über Namibia auszuräumen und Klarheit zu schaffen. Sie möchte ihr Land so darstellen, wie es wirklich ist. Dabei ist ganz deutlich zu spüren, wie stark ihre Empathie zu diesem Land ist. Aber auch Deutschland wird aus namibischer Sicht beschrieben. An dieser Stelle sollte man als Leser vielleicht nicht allzu patriotisch sein.  

Vanessa und Kian konnte ich sehr gut leiden. Vanessa ist sehr sprunghaft und reagiert vielleicht nicht in jeder Situation passen, aber ich persönlich konnte sie auch an vielen Stellen verstehen. Kian ist ganz anders als ich es erwartet hatte. Ein echter Namibier und ich fand es spannend seine Charakter zu ergründen. 

Das Buch ist wirklich gut und flüssig zu lesen. Da die Autorin fließend deutsch spricht, liegt dem Leser hier die Originalversion vor. Mit 240 Seiten ist das Buch relativ dünn. Trotz allem werden zwei Wochen aus dem Leben von Vanessa ausreichend detailliert geschildert. Ein paar kleine Fragen bleiben zum Ende hin offen, die jedoch vielleicht im zweiten Teil geklärt werden können. An einigen Stellen konnte ich Vanessas Verhaltensweise nicht wirklich nachvollziehen. Ich denke, dass an solchen Stellen der namibische Einfluss durch die Autorin überhand genommen hat.  

Im Großen und Ganzen finde ich das Buch aber sehr gelungen und mir hat es große Freude bereitet dieses Buch lesen zu dürfen. Ich kann dieses Buch allen empfehlen die Spaß daran haben fremde Kulturen zu entdecken bzw. schon immer mal nach Afrika reisen wollten.  

Kommentare:

  1. Wenn deine Rezension voller spannender Andeutungen mal nicht Neugier weckt? Äußerst gelungen!

    Liebe Grüße von mir für dich

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    1. Freut mich, dass ich deine Neugier wecken konnte!
      Liebe Grüße

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