[Rezension] Gone Girl - Das perfekte Opfer von Gillian Flynn


Informationen zum Buch (Hardcover)
Erscheinungsdatum: 22.08.2013
Verlag: Scherz
ISBN: 978-3-502-10222-9
Preis: 16,99 
Seiten: 576
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Erster Satz: 
Wenn ich an meine Frau denke, fällt mir immer ihr Kopf ein.

Inhalt:
Auf den Tag genau fünf Jahre sind Amy und Nick bereits verheiratet. Auch wenn das berüchtigte verflixte siebte Jahr noch etwas entfernt ist, läuft die Beziehung der beiden nicht mehr so rund. Beide fühlen sich genervt und ausgelaugt und warten darauf, dass der jeweils andere einen Schlussstrich zieht. Doch dann ist Amy am Abend ihres Hochzeitstages auf einmal verschwunden. Die Haustür ist offen und das Wohnzimmer ist verwüstet. Schnell gerät Nick ins Visier der Polizei, doch ohne Beweise kann auch diese niemanden festnehmen. Wie bereits an den vergangenen vier Hochzeitstagen hat Amy auch dieses Jahr eine Schnitzeljagd für Nick vorbereitet. Nick nimmt die Herausforderung an um sich selbst aus der Schusslinie zu nehmen. Doch immer mehr Zufälle reihen sich aneinander und die Polizei nimmt eine heiße Fährte auf. Was ist wirklich zwischen Nick und Amy vorgefallen und wem kann man wirklich noch trauen?


Meine Meinung:
Über dieses Buch habe ich schon vor dem Erscheinen der deutschsprachigen Ausgabe viel gehört und ich war wirklich gespannt was mich erwartete. Was macht das Buch nur so besonders, dass alle darüber sprechen? Nach den ersten 50 Seiten hatte ich bereits die Antwort auf diese Frage gefunden. Das Buch hat mich von Buchdeckel bis Buchdeckel in wirklich allen Aspekten überzeugt.

Was gleich zu Beginn angesprochen werden sollte ist die Schreibweise von Gillian Flynn. "Gone Girl - Das perfekte Opfer" ist ein wirklich anspruchsvoll geschriebenes Buch. Man merkt, dass sich die Autorin jede Formulierung und jedes Wort genauestens überlegt hat. Worte wie "zuckerbesoffen" oder "textvermurksen" sind keine Seltenheit und machen das Buch zu einem ganz besonderen Lesevergnügen. Um Dinge zu beschreiben benutzt Frau Flynn Vergleiche, welche mich immer wieder zum Schmunzeln brachten. Auch die Charakterbeschreibungen sollten hervorgehoben werden, die einem die einzelnen Personen ganz genau vor Augen führen.

Die Story erfordert unglaublich viel Feingefühl und Planung beim Schreiben. Ich konnte keine Logikfehler erkennen, was bei einer solchen Handlung wirklich schwer zu bewerkstelligen ist. Weiterhin wird der Spannungsbogen die ganze Zeit über aufrecht erhalten... bis zur letzten Seite. Die Handlung springt in einem unglaublichen Zick Zack hin und her und ständig kommen Wendungen, die wirklich nicht zu erwarten waren. Auch mit Chliffhangern am Ende der Kapitel geizt Gillian Flynn nicht.

Die Hauptcharaktere sind Amy und Nick. Beide waren mir anfangs suspekt, beiden habe ich anfangs misstraut. Auch sympathisch waren mir die beiden nicht wirklich. Beim Lesen fragte ich mich immer wieder: Wem kann man trauen? Wer ist ehrlich? Wer lügt? Es war wirklich schwer schlau aus den beiden zu werden und die ganze Zeit zerbricht man sich den Kopf. Ich habe beim Lesen immer wieder geschwankt... Amy? Nick? Amy? Nick?

Auch die Erzählperspektive schwankt zwischen Amy und Nick. Man denkt, es kann nicht schlimmer kommen, aber trotzdem werden die Ereignisse immer grausiger. Je tiefer der Einblick in das Eheleben wird, desto schlimmer wird alles. Die tiefen Einblicke ins Leben und in die Gedanken der Charaktere macht das Buch so einzigartig.  

Auch wenn ich ein paar Situationen vorhersehen konnte, die Meisten haben mich vollkommen überrumpelt. Gillian Flynn hat die Geschichte so sicher und souverän geschrieben, dass es fast schon wieder Angst macht. Ein wirklich hervorragendes Buch, von einer hervorragenden Autorin. Es war sicher nicht das letzte Buch, das ich von ihr gelesen habe. Besonders freue ich mich schon auf die englische Ausgabe, die ich bereits hier liegen habe!



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