[Rezension] Dreimal im Leben von Arturo Pérez-Reverte


Informationen zum Buch (Hardcover)
Erscheinungsdatum: 30.07.2013
Verlag: Insel Verlag
ISBN: 978-3-458-17580-3
Preis: 22,95€ 
Seiten: 525
Originaltitel: El tango de la Guardia Vieja
Leseprobe: Hier

Erster Satz: 
Im November 1928 reiste Armando de Troeye nach Buenos Aires, um einen Tango zu komponieren.

Inhalt:
Dass Max Costa einmal den Chauffeur bei anderen Leuten spielen würde hätte er nie gedacht. In seiner Jugend hatte er alles was er brauchte: ein gutes Aussehen, gute Manieren und sehr viel Charme. Als Eintänzer auf einem Kreuzfahrtschiff lernte er Mecha de Troeye kennen. Eigentlich war er zur damaligen Zeit nur auf Geld und Schmuck zum Verkaufen aus. Doch Mecha ist die erste Frau, die ihn wirklich berührt. Doch scheinbar nicht genug. Später treffen sie sich noch einmal durch Zufall in Nizza, bevor sich ihre Wege für sehr lange Zeit erneut trennen. 
Nun ist Max über 60 und arbeitet als Chauffeur. Seine Haare sind ergraut, sein Bauch ist gewachsen und sein Charme ist eingerostet. Max glaubt, dass von der damaligen Zeit nicht viel übrig geblieben ist. Doch dann trifft er Mecha erneut und es beginnt eine Reise die zwischen Vergangenheit und Gegenwart schwankt und die viel Unerwartetes erneut mit Leben füllt.


Meine Meinung:
"Dreimal im Leben" von Arturo Pérez-Reverte ist ein Buch, dass den gnadenlosen Verlauf der Zeit darstellt und dabei ganz ungeschminkt alle Facetten des Lebens zeigt. Vieles wird sich mit der Zeit ändern und verändern. Einige Dinge bleiben jedoch immer gleich.

Die Handlung wird durchgehend aus der Perspektive von Max Costa erzählt, der im Buch die Hauptrolle übernimmt. Dabei wechselt das Geschehen ständig zwischen der Gegenwart und der Vergangenheit. Kurz nach Beginn des Buches taucht auch schon Mecha Inzunza auf, welche die zweite wichtige Rolle im Buch übernimmt. 

Beide Erzählstränge sind auf eine sehr interessante Art und Weise immer miteinander verbunden. Je mehr man über die Vergangenheit erfährt, desto mehr versteht man die Gegenwart, die in manchen Teilen nur aus Andeutungen besteht. 

Max Costa hat sich sein Leben durch Diebstähle von Geld und Schmuck finanziert. Offiziell war er Eintänzer auf einem Schiff, als er Mecha kennenlernte. Mecha interessierte ihn gleich wegen ihrem teuren Schmuck und wegen ihrer Schönheit. In ihrer Gegenwart ist von dem charmanten Eintänzer kaum noch etwas übrig.

"Wie kein Zweiter beherrschte er damals - neben den Gesellschaftstänzen, mit denen er seinen Lebensunterhalt verdiente: Tango, Foxtrott, Boston - die Kunst, mit Worten Feuerwerke zu entfachen und schweigend melancholische Landschaften zu zeichnen" (Max Costa, S. 11)

Mecha fand ich während des Lesens sehr schwer einzuschätzen. Vor allem zu Beginn des Buches war sie mir etwas suspekt. Erst am Ende hat man ihren wahren Charakter erkennen können. Alles in Allem hat sie das Buch durch ihre Art sehr interessant gemacht.
Max Costa ist eine Person, die sich eigentlich ihr gesamtes Leben lang hinter einer Maske versteckt hat. Sein wahres Ich kam nie wirklich zum Vorschein und auch am Ende des Buches hatte ich immer noch das Gefühl nicht zu wissen wer er wirklich ist. Mit dem Buch verhält es sich ganz ähnlich. Beim Lesen wusste ich nie wo das Buch wirklich hinführt und was Max wirklich vor hat.

"Die Hälfte des Salons verabscheut mich jetzt, dachte er, teils resigniert, teils belustigt. Die andere Hälfte sind Frauen." (Max Costa, S. 23).

Das Buch hat mich die ganze Zeit gefesselt und ich fand es interessant nach und nach die Vergangenheit zu entdecken und die Gegenwart zu erkunden. Ein Buch mit sehr viel Charakter und Emotionen. 



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