[Rezension] Das Geheimnis des weißen Bandes von Anthony Horowitz


Informationen zum Buch (Gebunden)
Erscheinungsdatum: 12.12.2011
Verlag: Insel
ISBN: 978-3-458-17543-8
Preis: 19,95€ 
Seiten: 350
Originaltitel: House of Silk

Erster Satz: 
Ich habe oft darüber nachgedacht, wie eigenartig die Verknüpfung von Umständen war, die zu meiner Jahrzehntelangen Verbindungen mit einer der ungewöhnlichsten und bemerkenswertesten Gestalten meiner Epoche geführt hat. 

Inhalt:
Es ist November in London und die Kälte macht den Menschen zu schaffen. Als ein sehr elegant gekleideter Mann die Baker Street 221b betritt, beginnt für Sherlock Holmes und Dr. Watson ihr bisher spektakulärster Fall, welcher ihnen die Abgründe menschlichen Handelns aufzeigen wird. 
Der Mann fühlt sich durch ein Mitglied einer amerikanischen Verbrecherbande verfolgt, welche mit dessen Hilfe bis auf ein Mitglied zerschlagen wurde. Dass der einzige Überlebende nun extra von Amerika nach London gereist ist, um sich zu rächen, scheint sicher. Dass dieser Verfolger schon bald keine Rolle mehr spielen wird und dass der Tod eines Straßenjungens Sherlock Holmes bis ans Äußerste treiben wird, ahnen die beiden zu diesem Zeitpunkt noch nicht. Bereitwillig nimmt Holmes den Fall an, der ihn beinahe seine Freiheit kosten soll. 
  

Meine Meinung:
Bevor ich dieses Buch gelesen habe, habe ich noch keinen einzigen Sherlock Holmes Roman gelesen. Dieses Buch hat jedoch mein Interesse geweckt. Zum einen fand ich das Buch an sich sehr hübsch gestaltet. Das Cover schlicht in Schwarz/Weiß gehalten, der Umschlag des Buches mit Stoff ummantelt. Einfach schön gemacht! Ein weiterer Grund war die Tatsache, dass dieses Buch von der Arthur-Doyle-Gesellschaft ganz offiziell als 61. Fall von Sherlock Holmes anerkannt wurde, obwohl es nicht von Sir Arthur Canon Doyle verfasst wurde. 

Das Buch hat mich auf ganzer Linie begeistert und ich möchte meine Anerkennung für Anthony Horowitz aussprechen, dem es gelungen ist einen überzeugenden Sherlock Holmes Roman zu verfassen. 

Erzählt wird die Geschichte natürlich von Dr. Watson, der das Buch nach dem Tod von Sherlock Holmes geschrieben hat. Die Geschichte an sich darf aber erst 100 Jahre später veröffentlicht werden, da der Fall so brisant war. Das Buch spielt im späten 19. Jahrhundert und ich finde, dass diese Atmosphäre auch brillant rübergekommen ist. Ich habe mich an viele Szenen direkt in die Handlung hineinversetzt gefühlt, als würde ich neben Sherlock Holmes in der Kutsche sitzen. 

Da der Fall durchgängig von Dr. Watson geschildert wird, erfährt der Leser eben auch nur genau so viel wie er. Die Gedanken und auch manche Handlungen von Sherlock Holmes bleiben dem Leser verborgen. Umso besser wie ich finde, denn genau wie Watson habe auch ich nicht schlecht gestaunt, als Sherlock seine einzigartigen Erklärungen abgegeben hat. Ich konnte daher sehr gut verstehen, wie sich Watson gefühlt haben muss. 

Die Geschichte des Buches bzw. den geschilderte Fall fand ich sehr gut. Durch Watsons Perspektive herrschte durchgehend Spannung im Buch, was das Weglegen schwierig machte. Der Fall scheint zu Beginn gar nicht so brisant, doch durch viele Wendungen entsteht ein sehr verzettelter und schwerwiegender Fall, in dem die Fäden erst ganz am Ende vollkommen zusammen laufen. 

Die Charaktere Sherlock Holmes und Dr. Watson gefallen mir wirklich gut und ich finde die Beziehungen zwischen den beiden wirklich goldig. Auch wenn Sherlock seinen Freund oft ziemlich blöd dastehen lässt, was mich immer wieder zum Lachen gebracht hat, merkt man wie eng diese Beziehung ist und wie weit beide bereit sind für einander zu gehen. 

An einigen Stellen finde ich die Geschichte aber auch fürchterlich traurig. Besonders wenn Watson über seine Frau schreibt, wurde mir das Herz schwer. 

Für mich ist "Das Geheimnis des weißen Bandes" ein sehr gelungener Roman, der zurecht als 61. Sherlock Holmes Fall anerkannt wurde, auch wenn er an einigen Stellen vielleicht etwas moderner als üblich erscheint. Eine klare Leseempfehlung! 



Kommentare:

  1. Da hast du ein paar schöne Worte gefunden und eine Art Hommage an die Zeitlosigkeit des guten Sherlock Holmes kreiert. Ich mag das Original sehr, sodass diese Ergänzung hier nun ebenfalls nach einem Muss klingt.

    Herzliche Stöbergrüße an dich,
    Kora

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    1. Freut mich, dass dir die Rezi gefällt! Ist wirklich zu empfehlen das Buch. Wäre gespannt wie du das Buch im Vergleich mit den Originalen sehen würdest!?
      Liebe Grüße

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