[Rezension] Mein Herz zwischen den Zeilen von Jodi Picoult und Samantha van Leer


Informationen zum Buch (Hardcover)
Erscheinungsdatum: 19.07.2013 
ISBN: 978-3-414-82365-6
Preis: 14,99€ 
Seiten: 286
Altersempfehlung: ab 12 Jahren 
Originaltitel: Between the Lines

Erster Satz: Es war einmal in einem fernen Land, da lebten ein tapferer König und eine wunderschöne Königin, die liebten einander so sehr, dass die Menschen - wohin sie auch kamen - alles stehen und liegen ließen, nur um sie vorbeischreiten zu sehen. 

Inhalt:
Delilah ist anders als die anderen Mädchen in der Schule und wird dort von allen schlecht behandelt. Zum einen schafft sie es regelmäßig das beliebteste Mädchen der Schule zu verletzen. Zum anderen flüchtet sie sich so oft wie möglich in die Welt der Bücher, anstatt sich mit Mitschülern über aktuelle Themen wie Musik, Stars, Schminke und Klamotten zu unterhalten. Dass sie aktuell ein Märchenbuch liest, macht die ganze Sache nicht besser. Als sie beim erneuten Lesen Änderungen in dem Buch feststellt, beginnt sie an sich zu zweifeln. Sie nimmt sich vor das Buch am nächsten Tag in die Bibliothek zurück zu bringen und ihr Leben ein für alle Mal zu ändern. Als sie noch einen letzten Blick ins Buch wirft, um sich von ihrem Märchenprinzen Oliver zu verabschieden, beginnt dieser sich zu bewegen und mit ihr zu reden. Zunächst glaubt Delilah, dass ihr Verstand ihr einen Streich spielt. Als Oliver sie jedoch überzeugt hat, dass er real ist, beginnen die beiden Pläne zu schmieden, um Oliver aus dem Buch zu holen. Dass sich dieses Vorhaben als sehr schwierig erweist, müssen Delilah und Oliver schon bald feststellen. 


Meine Meinung:
Auf dieses Buch hatte ich mich wirklich sehr gefreut. Jodi Picoult ist eine meiner Lieblingsautorinnen. Ein Buch, geschrieben zusammen mit ihrer Tochter, hat mich tatsächlich sehr neugierig gemacht. Die Geschichte die hinter diesem Buch steht, finde ich sehr interessant. Leider konnte das Buch meine hohen Erwartungen nicht erfüllen. Von Jodi Picoult kenne ich ganz andere Bücher, die wesentlich mehr Tiefgang und Inhalt aufweisen. 

Ein 15-Jähriges Mädchen verliebt sich in einen Märchenprinzen aus einem Buch, der daraufhin beginnt zu leben und sich mit ihr zu unterhalten. Eine Geschichte mit viel Potential. 

Delilah ist ein tolles Mädchen, das mir auch unglaublich sympathisch geworden ist. Dazu ist sie noch eine Leseratte, die ihre Nase lieber in Bücher steckt, als sich vor den Computer zu setzen oder shoppen zu gehen. Oliver ist ein Märchenprinz, der es satt hat in einem Märchenbuch zu leben. Im Gegensatz zu Delilah, ist mir Oliver leider nicht sonderlich sympathisch. Ich bin nicht warm mit ihm geworden und fand ihn meistens leider eher nervig. 

Da die beiden sich ineinander verlieben, habe ich erwartet, mehr über Delilah und Oliver zu erfahren. Auf irgendwas muss sich ihre Liebe ja aufbauen. Und da Oliver im Buch gefangen ist, geht das nur über Gespräche. Tatsächlich drehen sich die Gespräche aber nur um die "Flucht" aus dem Buch und um nichts anderes. Es wurde zwar ganz kurz erwähnt, dass beide sich am Abend über alles Mögliche unterhalten haben, abgedruckt wurde dieses Gespräch jedoch leider nicht. Da das Buch nur 286 Seiten hat, hätte das ein oder andere Gespräch durchaus Platz im Buch gehabt. 

Gut gefallen hat mir der Wechsel zwischen der Geschichte von Oliver und Delilah und den Märchen, in welchem Oliver eigentlich mitspielt. Auch der Perspektivenwechsel zwischen Oliver und Delilah fand ich sehr gelungen. So hatte man die Möglichkeit zu erfahren, wie es sich in einem Märchenbuch lebt. Was ich auch sehr schön fand, waren die Illustrationen zu Beginn eines jeden Märchenkapitels und auch die Scherenschnittartigen Bilder innerhalb der Kapitel. Das Buch und die Geschichte wurde damit aufgelockert. 

Die Schreibweise von Jodi Picoult und Samantha van Leer ist sehr jugendlich. Teilweise war dies sehr deutlich zu merken, was mich dann ein wenig gestört hat. Das Buch wird jedoch für die gleiche Zielgruppe angepriesen, wie beispielsweise das Buch Rubinrot. Der Unterschied ist für mich jedoch enorm. Aber auch die sehr jungen Protagonisten und die fehlende Tiefe des Buches sprechen für mich eher für eine jüngere Zielgruppe. 

Während des Lesens sind mir dann noch einige Fehler in der Logik aufgefallen. Auch sind sehr viele Fragen offen geblieben, die eigentlich am Ende des Buches aufgelöst werden sollten. Am Ende ging aber alles auf einmal ganz schnell und ohne irgendwelche Erklärungen. Dabei wurden noch einmal wesentlich mehr Fragen aufgeworfen als beantwortet. 

Ein Buch, dass wahrscheinlich sehr gut bei Mädchen der Altersgruppe 10-12 Jahren ankommt, für mich persönlich aber leider zu viele Defizite aufgewiesen hat. Trotz des wirklich tollen Covers, der tollen Idee und der süßen Story, konnte mich das Buch leider nicht überzeugen.



1 Kommentar:

  1. Eine Buchbesprechung, die gut deine empfundenen Höhen und Tiefen hervorhebt, finde ich.

    Ich glaube, der "Genrewechsel" Jodi Picoults macht(e) einigen ihrer Fans zu schaffen ... Mir hingegen nicht. ;) ... Ein schöner Beweis dafür, dass die Vielseitigkeit der Geschmäcker unser (Lese-) Leben noch interessanter gestaltet.

    Sommerliche Stöbergrüße von mir

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