[Rezension] Lost Girl von Sangu Mandanna


Informationen zum Buch (Hardcover)
Erscheinungsdatum: 01.07.2012
ISBN: 978-3-473-40080-5
Preis: 16,99
Seiten: 448
Reihe: 1/1
Altersempfehlung: Ab 14 Jahren

Erster Satz: 
Ich weiß noch, wie ich mit Mina Ma in der Stadt war.

Inhalt: 
Amarra ist ein Echo und ist gezwungen das Leben einer Anderen zu leben. Sie wurde erschaffen von einem der drei Meister, um im Todesfall der anderen Amarra ihren Platz einzunehmen. Ihren Alltag verbringt Amarra damit die Dinge zu lernen, die ihre Andere lernt, die Sachen zu lesen die ihre Andere liest. Alles muss stimmen im Falle eines Austausches, damit ihre "Eltern" nicht zu sehr um ihre Tochter trauern müssen, da sie ja Ersatz erhalten. Vom Aussehen her sind Amarra und ihre Andere sich vollkommen gleich, aber innerlich könnte der Unterschied kaum größer sein. Amarra weiß, dass sie nicht gegen die Regeln verstoßen darf, weil die Meister sie dann einfach töten würden. Doch was soll man tun wenn man sich verliebt? Einer ihrer Vormunde, der junge Sean, hat es Amarra angetan und sie wäre bereit alle Regeln für ihn zu brechen. Als sie eines Tages jedoch aus einem schmerzhaften Alptraum erwacht weiß sie sofort, dass sich ihr Leben von heute auf morgen komplett ändern wird!


Meine Meinung:
Die Idee, welche hinter diesem Buch steht hat mich schon beim Lesend des Klappentextes fasziniert und zugleich abgeschreckt. Beim Lesen wurde mir dann ziemlich schnell klar, wie abscheulich und krank das im Buch aufgegriffene Thema ist und dass es in der Realität niemals soweit kommen darf!
Es geht um ein Mädchen in England, welches nur leben darf, weil ihre Eltern in Indien Angst haben, dass ihre Tochter irgendwann sterben könnte. Aus diesem Grund muss Amarra genau das Leben nachleben, was die "echte" Amarra in Indien lebt. Beim Lesen musste ich oft darüber nachdenken, ob Menschen einem anderen Menschen so etwas tatsächlich antun würden. Ich kann und will es mir nicht vorstellen.
Trotz aller Grausamkeit spricht dieses Buch ein wichtiges Thema an, welches zum Nachdenken anregt. Die Forschung ist schon so weit voran geschritten und niemand weiß, wie weit es noch gehen kann. Die Gefühlsebene steht in diesem Buch an erster Stelle und wird von Sangu Mandanna auch unglaublich gut vermittelt. Die Gefühle von Amarra gingen einfach so auf mich über, ohne dass ich mich dagegen wehren konnte. Der Käfig der um Amarra herum existiert ist so eng, dass gerade einmal ein wenig Platz zum Atmen bleibt.
Die Geschichte ist aus der Perspektive des Echos Amarra geschrieben, wodurch sie mir persönlich sehr nah kam und mich sehr berührt hat. Ich konnte sie in allen Dingen verstehen und sie ist mir wirklich ans Herz gewachsen. Auch ihre Vormunde finde ich sehr sympathisch und es ist nur verständlich, dass sich Amarra in einen davon verliebt.
Wer mir dagegen die ganze Zeit über fremd blieb, sind Amarras Eltern. Nicht nur ihre Entscheidung ein Echo zu erschaffen erschreckt mich. Auch Entscheidungen, die sie im Verlaufe des Buches treffen finde ich schockierend.
Der kleine Bruder von Amarra nimmt für mich eine wirklich besondere Rolle in diesem Buch ein. Für seine jungen Jahre wirkt er so erwachsen. Er ist mir beim Lesen wirklich ans Herz gewachsen.
Die Geschichte ist wirklich gut geschrieben und meiner Ansicht nach auch sehr gut durchdacht. Es ist etwas Neues, was ich bisher so noch nicht gelesen habe. Es ist also nicht verwunderlich, dass ich von diesem Buch total fasziniert bin. Ich habe bis zum Ende hin mit Amarra mitgefiebert und war über den Ausgang des Buches sehr überrascht. Ich hätte mir ein Ende gewünscht, welches leicht von dem tatsächlichen abweicht. So wie es letztendlich ist, verstärkt es jedoch den Apell, den dieses Buch so eindringlich vermittelt. 
"Lost Girl. Im Schatten der Anderen" ist eine wirklich faszinierende und erschreckende Geschichte, die mich beim Lesen zum Nachdenken angeregt hat. Ein wirklich gelungenes Buch!




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