[Rezension] Rubinrot von Kerstin Gier


Informationen zum Buch (Hardcover)
Erscheinungsdatum: Januar 2009
Verlag: Arena Verlag
ISBN: 978-3-401-06334-8
Preis: 15,99 
Seiten: 345
Reihe: 1/3
Altersempfehlung: ab 12 Jahren

Erster Satz:
Während sie sich auf die Knie fallen ließ und anfing zu weinen, schaute er sich nach allen Seiten um.

Inhalt:
Gwendolyn ist sechzehn Jahre jung und könnte als ein ganz normaler Teenager aus dem Jahr 2011 bezeichnet werden. Sie geht auf eine Privatschule und schaut sich am liebsten mit ihrer besten Freundin Leslie Filme an. Die Umstände, dass Gwendolyn Geister sehen kann und dass einige ihrer Vorfahren das Zeitreise-Gen besaßen, machen ihr Leben jedoch kompliziert. Ihre Cousine Charlotte soll nun die letzte in der Linie der insgesamt zwölf Zeitreisenden sein. Die ganze Familie, ausgenommen Gwendolyn sowie Gwendolyns Mutter und Geschwister, wartet gespannt auf den ersten Zeitsprung von Charlotte. Diese wird bereits ihr gesamtes Leben in verschiedensten Disziplinen unterrichtet, um in den verschiedensten Zeiten zurecht zu kommen. Als Gwendolyn jedoch unerwartet durch die Jahrhunderte springt, und nicht Charlotte, ist die Familie in großer Aufregung. Wie konnte es passieren, dass Gwendolyn nie als Trägerin des Zeitreise-Gens gesehen wurde und somit in keinster Weise darauf vorbereitet ist? Gwendolyn erhält in kürzester Zeit Einblick in die Welt der Zeitreisenden und wird in den Geheimbund aufgenommen. Da ihr niemand so richtig zu trauen scheint, wird sie über die meisten Dinge jedoch im Unklaren gelassen. Gemeinsam mit ihrem Zeitreisepartner Gideon muss sie durch die Zeit reisen, um eine geheime Mission zu erfüllen. Verliebtheit von ihrer Seite und abweisendes Verhalten von Gideons Seite, werfen ihr Leben zusätzlich vollkommen aus der Bahn und sie findet sich in einem Strudel von Zeit, Gefühlen und Verwirrung wieder.


Meine Meinung:
Konflikte, Streit, Liebe, Freundschaft, Intrigen, Misstrauen, Zeitreisen, Mythen und Rätsel. Mit genau diesen Themen schafft es Kerstin Gier ihr Buch "Rubinrot" zu einem ganz besonderen Erlebnis zu machen, welches den Leser mitreist und bis zum letzten Satz nicht mehr los lässt.

Gleich auf den ersten Seiten des Buches erfährt der Leser vom Zeitreise-Gen und von der nicht ganz so normalen Familie von Gwendolyn. Kerstin Gier hält sich zu Beginn kaum mit unwichtigen Details auf und kommt gleich zur Sache. Dadurch konnte ich sehr schnell in die Geschichte rein finden und von Beginn an mitfiebern. 

Die Geschichte wird allein aus der Sicht von Gwendolyn erzählt, wodurch der Lese einen tollen Eindruck von ihrer Gefühlswelt bekommt. Das Chaos in ihrem Kopf, welches entsteht als sie das erste Mal in die Vergangenheit springt, wird von Seite zu Seite größer. Das ist aber nicht nur bei ihr der Fall. Auch mir als Leser erging es so. Ich konnte an vielen Stellen, genau wie Gwendolyn, nur Mutmaßen und versuchte mir einen Reim aus den spärlichen Informationen zu machen.

Charlotte wird als ungemein gut erzogen und strebsam dargestellt und die ganze Familie (wieder einmal ausgenommen sind Gwendolyn sowie Gwendolyns Mutter und Geschwister) ist unglaublich stolz auf sie. Gwendolyn dagegen wird von genau diesem Teil der Familie als dummes und einfältiges Schulmädchen angesehen, mit wenig Grips und Disziplin und mit dem Drang sich in den Mittelpunkt zu stellen. Als sich herausstellt, dass Gwendolyn durch die Zeit reisen kann, werden die Herabsetzungen noch stärker und sie muss sich ein ganz schön dickes Fell anlegen, um Seitenhiebe von der Familie und von Mitgliedern des Geheimbundes wegstecken zu können. Ihre unglaublich positive Einstellung, ihre teils naive Art und ihre Gabe Geister sehen zu können, machten sie von Beginn an sympathisch. Der Humor von Gwendolyn ließ mich an vielen Stellen schmunzeln. Ihr Charakter ist wirklich unglaublich gut ausgearbeitet und realistisch dargestellt.
Auch ihre Freundin Leslie wächst einem beim Lesen ans Herz! Sie ist zu Beginn die Einzige, die Gwendolyn alles glaubt und ihr immer zur Seite steht. Sie hilft Licht ins Dunkel der Geheimnisse rund um das Zeitreisen zu bringen und ist aus der Geschichte nicht weg zu denken!
Gideon zeigt sich zu Beginn nicht von seiner sympathischen Seite. Die Schilderungen von Gwendolyn machen es möglich, dass ein unglaublich detailliertes Bild von Gideon entsteht. Ich kann mir problemlos vorstellen, wie er grinsend am Fenster lehnt und alles über sich ergehen lässt.

Der Schreibstil ist sehr angenehm und ich habe nicht bemerkt, wie ich über die Seiten geflogen bin. Einmal begonnen und schon hatte ich die letzte Seite des Buches gelesen. Das Ende ist überraschend und Kerstin Gier lässt den Leser mit einigen Fragezeichen zurück. Ich war froh den nächsten Teil schön in meinem Bücherregal zu haben und gleich weiter lesen zu können! Toll waren auch die Ausschnitte aus den Chroniken der Wächter, welche zwischen den einzelnen Kapiteln zu finden waren. Die zusätzlichen Informationen, welche Gwendolyn nicht immer hatte, halfen mir nur teilweise weiter in dem Durcheinander zwischen den Zeiten.

"Rubinrot" ist ein gelungener Auftakt einer Trilogie, der den Leser mitreist in einem Strudel der Zeiten und Gefühle. Die wirklich realistischen Charaktere machen das Lesen angenehm, da es leicht ist sich mit ihnen zu identifizieren. Ein unbedingtes Muss für jeden der auch einmal durch die Zeiten fliegen möchte...
    





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