[Rezension] Der Hundertjährige der aus dem Fenster stieg und verschwand von Jonas Jonasson


Informationen zum Buch
Erscheinungsdatum: 29.08.2012
Verlag: Carl's Books
ISBN: 978-3-570-58501-6
Preis: 14,99
Seiten: 412
Reihe: 1/1
Originaltitel: Hundraåringen som klev ut genom fönstret och försvann

Erster Satz:
Man möchte meinen, er hätte seine Entscheidung etwas früher treffen und seine Umgebung netterweise auch davon in Kenntnis setzen können.

Inhalt:
Allan Karlsson ist ein Schwede, welcher sich nie für Politik interessiert hat und jegliche Gespräche darüber als langweilig und unnütz empfand. Im Laufe seines langen Lebens hat er viel erlebt und ist trotz allem in beinahe alle politisch wichtigen Ereignisse hinein geschlittert. Man sollte also meinen, dass das Feiern seines hundertsten Geburtstages zusammen mit allen anderen Menschen im Altersheim, mit den Pflegern und Pflegerinnen, mit der Presse und dem Bürgermeister das kleinste Problem für Allan darstellt. Doch Allan hat keine Lust seinen Geburtstag mit den ganzen Alten, mit den bösen Pflegern und Pflegerinnen und ohne Schnaps zu feiern und so beschließt er kurzerhand aus seinem Zimmerfenster im Erdgeschoss zu steigen und sich auf eine lange Reise zu machen, welche ganz Schweden auf den Kopf stellt.


Meine Meinung:
Dieses Buch gibt mir persönlich das Rätsel auf, wie es so schnell auf die Spiegel Bestsellerliste gelangen konnte. Vielleicht liegt es am Titel, welcher auch auf mich so anziehend wirkte, dass ich es kaufen musste. Ein Hundertjähriger der einfach mal so von seiner Geburtstagsfeier verschwindet und das ganze Land sucht nach ihm. Auch das Design des Buches ist toll. Der Elefant, welcher natürlich für Allan steht und das Kofferschild, welches ein Zeichen für den mysteriösen Koffer ist, welcher die ganze Geschichte zum Drama macht. Auch das Material des Covers ist anders als bei anderen Büchern. Man könnte es als wellig oder geribbelt beschreiben, vielleicht wie die Haut des Elefanten?
Der Beginn des Buches ist wirklich lustig und ich musste gleich zu Beginn an meine eigen Uroma denken. Leider setzt sich der positive Beginn für mich persönlich nicht weiter fort. Ich denke dies liegt zu einem großen Teil am Schreibstil von Jonas Jonasson. Viele kleine Details werden in dem Buch immer und immer wieder wiederholt, was anfangs noch amüsant war, mir jedoch spätestens nach dem dritten Mal ein genervtes Stöhnen entlockte.
Zum einen geht es in dem Buch um seine Flucht aus dem Altersheim. Zum anderen geht es um sein gesamtes Leben. Diese Inhalte wechseln sich von Kapitel zu Kapitel ab und ist sehr gut gelungen. Es ist interessant, was Allan Karlsson in seinem Leben schon alles erlebt hat und wie er immer wieder in neue Situationen schlittert. Er lebte sein Leben ohne Gedanken an das wie und wo zu verschwenden. Die daraus resultierende Lebensweise ist beneidenswert! 
Ein weiterer Kritikpunkt befasst sich erneut mit dem Schreibstil, besser gesagt mit der Persönlichkeit von Allan. Durch die Art und Weise des Schreibens erscheint mir Allan als ein Mensch mit geringem IQ, was jedoch gar nicht der Fall ist. Auch wenn er sich durch sein Leben treiben lässt, hat er immer einen Hintergedanken und weiß genau was er als nächstes tun muss. Die Schreibweise soll vermutlich das Schelmische heraus stellen, was Allan definitiv inne hat. Bei mir kommt das jedoch nicht so an, was ich sehr schade finde. 
Das Ende des Buches konnte mich dann doch ein wenig versöhnen. Der Leser kennt die wahre Geschichte der Flucht, welche durch Allan und seine Freunde am Ende etwas umgestellt und der Polizei geschildert wird.   
Insgesamt hat das Buch leider nicht meinen Geschmack getroffen, was ich sehr schade finde. Der Inhalt des Buches ist trotz allem an den meisten Stellen amüsant mit einer gewissen Prise schwarzen Humors.

Lieblingszitate: 
"Eine Witzfigur und ein Parasit, dachte Allan, im Kampf gegen einen Trottel und Versager mit der Intelligenz einer Kuh." (Seite 144)

"Wenn du mit einem Schweden um die Wette saufen willst, solltest du zumindest Finne oder Russe sein." (Seite 144)




Kommentare:

  1. Hey^^

    Schade dass dir das Buch nicht besser gefallen hat, hab es vor einiger Zeit gelesen und mir hat es in Summe schon sehr zugesagt (Rezension: http://friedhofdervergessenenbuecher.blogspot.co.at/2012/06/der-hundertjahrige-der-aus-dem-fenster.html).

    Es ist halt durch und durch ein Schelmenroman, was man mögen muss, aber gerade dadurch wird in diesem Buch so schön die Weltgeschichte aufs Korn genommen und fantasievoll verknüpft.

    Ich meinerseits fand hingegen das Ende, trotz üblicher Schlemenübertreibung, ein wenig zu zurecht geschnitzt und auf Happy End getrimmt^^

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    1. Hallo,
      ja ich weiß, dass viele das Buch sehr gern mögen.
      Meinen Geschmack hat es leider nicht getroffen. Ich finde es aber interessant, dass wir genau die gegenteilige Meinung vom Buch haben. Freue mich, dass es dir gefallen hat!
      Liebe Grüße

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